4 Institutionelle und soziale Kontexte der Sonderpädagogik

Inhalt und Kompetenzen:

Kontextfaktoren spielen bei der (schulischen) Entwicklung der Kinder eine bedeutende Rolle. In diesem Modul setzen sich die Studierenden mit diesen Bedingungen auseinander, die an verschiedenen Schnitt-stellen zwischen Lernorten und in Lebensphasen auf die Kinder wirken können. Die soziale Lebenslage der Kinder beeinflusst ebenfalls die Schullaufbahn und den Schulerfolg. Dies gilt im Fall einer gelingenden Sozialisation, aber umso mehr im Fall einer problematischen Sozialisation. Im Modul 404 gehen wir der Frage nach, welche Bedingungen aus dem Kontext der Kinder für die wechselseitigen Prozesse an den verschiedenen Lern- und Entwicklungsorten Einfluss nehmen, und insbesondere wie diese mit schulsys-temimmanenten Faktoren zusammenwirken. Das bessere Verständnis dieser Vorgänge soll ermöglichen, den eigenen Handlungsspielraum als Lehrperson zu erweitern.

Neben der Kenntnis von bildungssoziologischen Theorien (1) sollen Erkenntnisse aus Untersuchungen (2) in die Diskussionen einfliessen. Daneben werden relevante Themenfelder wie Benachteiligungen und Ungleichheiten (3), u.a. angesprochen. Schliesslich fokussiert das Modul darauf, Praxissituationen an-hand bildungssoziologischen Ansätzen zu diskutieren und Handlungsalternativen für die (heil-)pädagogische Praxis (4) zu entwickeln.

Schlüsselwörter:

Sozialisation, Chancengerechtigkeit, Benachteiligungen, Ungleichheiten

Literatur und Quellen:

Hörner, W., Drinck, B., & Jobst, S. (2008). Bildung, Erziehung, Sozialisation. Opladen & Far-mington Hills MI: UTB.

Horstkemper, M., & Tillmann, K.-J. (2016). Sozialisation und Erziehung in der Schule. Bad Heilbrunn: UTB Klinkhardt, Julius.

Niederbacher, A. & Zimmermann, P. (2011). Grundwissen Sozialisation : Einführung zur So-zialisation im Kindes- und Jugendalter (4., überarb. und aktualisierte Aufl.). Wiesbaden: VS-Verlag.

Raithel, J., Dollinger, B., & Hörmann, G. (2008). Einführung Pädagogik. Wiesbaden: VS Ver-lag.

Inhalt und Kompetenzen:

Das Modul ist als Lektüre und Diskussionsveranstaltung konzipiert und behandelt ein Spektrum aktueller Themen. Als Ziele im Modul 407 können zum einen die Auseinandersetzung und die Sensibilisierung in Bezug auf die Thematik genannt werden. Des Weiteren wird eine kritische Reflexion des eigenen (unterrichtlichen) Handelns und der (Schul-) Strukturen angestrebt. Die Modulschwerpunkte sind folgende: Klärung relevanter Begriffe wie Geschlecht, gender, Heterogenität, Diversity; die Auseinandersetzung mit Geschlecht als auch Behinderung als gesellschaftliche Konstrukte; diskutiert werden intersektionale Aspeke und schliesslich wird Gender Mainstreaming an der Schule thematisiert.

Schlüsselwörter:

Geschlecht, gender, Heterogenität, Diversity & Disability, intersektionale Aspekte, Mainstreaming

Literatur und Quellen:

Jacob, J.; Köbsell, S. & Wollrad, E. (Hrsg.) (2010). Gendering Disability. Intersektionale

Aspekte von Behinderung und Geschlecht. Bielefeld: transcript.

Walgenbach, K. (2017). Heterogenität - Intersektionalität - Diversity in der Erziehungswissenschaft (2., durchgesehene Auflage). Opladen, Toronto: Barbara Budrich.

Gender/Geschlecht; Heterogenität; Diversity; Disability; Intersektionalität; Gender Mainstreaming.

Inhalt und Kompetenzen:

Das Modul führt in verschiedene Formen von Verhaltensauffälligkeiten/-störungen ein und thematisiert den Umgang in der Schule/im Unterricht. Thematisch werden im Verlauf des Moduls die folgenden Schwerpunkte bearbeitet: Abweichende externalisierende und internalisierende Verhaltensweisen; Störungen des Sozialverhaltens; Hyperaktivitätsstörungen (ADHS); Angststörungen; Affektive Störungen; Belastungs- und Anpassungsstörungen sowie verschiedene Modelle der Intervention/der Förderung.

Das Modul verfolgt die folgenden Lernziele: Die/Der Studierende kann verschiedene Verhaltensauffälligkeiten/-störungen in der Schule und/oder im Unterricht erkennen und beschrieben. Sie/Er erkennt und versteht die mit dem Phänomen einhergehenden Erklärungsansätze und nutzt diese im (beruflichen) Alltag. Sie/Er ist in der Lage angemessene Interventions- und Lösungsstrategien zu entwickeln, diese im Unterricht/in der Schule einzuplanen und umzusetzen. Die/Der Studierende kann einschätzen, ob und welche Fachpersonen beigezogen werden müssen. Darüber hinaus nimmt die Studentin/der Student die Haltung der reflektierenden Praktikerin/des reflektierenden Praktikers ein. Das professionelle Handeln der/des Studierenden unterstützt die soziale Integration des Kindes im Berufsfeld.

Schlüsselwörter:

Verhaltensauffälligkeiten/-störungen, AD(H)S, Intervention, Förderung

Literatur und Quellen:

Petermann, F.; Hatzke, H.; Gerken, N. & Walter, H.-J. (2016). Verhaltenstraining für Schulanfänger. Ein Programm zur Förderung emotionaler und sozialer Kompetenzen (4., aktual. Auflage). Göttingen: Hogrefe.

Petermann, F., Koglin, U., Marées N. & Petermann, U. (2019). Verhaltenstraining in der Grundschule: Ein Programm zur Förderung emotionaler und sozialer Kompetenzen (3., überarbeitete Auflage). Göttingen: Hogrefe.

Steinhausen, H.-C. (2016). Psychische Störungen bei Kindern und Jugendlichen. Lehrbuch der Kinder- und Jugendpsychiatrie und –psychotherapie (8. Auflage). München: Urban & Fischer Verlag.

Verhaltensauffälligkeiten; Verhaltensstörungen; Soziale Integration.