Das Kind im Wallis von 1815-2015

Brig (pac) Oktober 2017: Im Rahmen des 200-Jahr-Jubiläums des Beitritts des Kantons Wallis in die Eidgenossenschaft wurde eine umfassende Bestandesaufnahme zur Kindheit im Wallis im Lauf dieser letzten beiden Jahrhunderte vorgenommen. Eine dreibändige Publikation erschien bereits auf Französisch. In einem separaten Band wurden nun acht Beiträge auf Deutsch herausgegeben. Anfang Oktober fand an der PH-VS in Brig die Vernissage dieses Sammelwerkes statt, bei der unter anderem die Artikel von PH-VS Dozierenden präsentiert wurden.

enfant vsEdmund Steiner führte durch die verschiedenen Beiträge hindurch. Patrice Clivaz und Peter Summermatter begrüssten die Anwesenden und zeigten, wie wichtig solche Werke für die Ausbildung der jungen Lehrpersonen sind. Diese dokumentieren auf fundierte Weise, wie sich in unserem Kanton die Betreuung und Erziehung von Kindern in den letzten zwei Jahrhunderten grundlegend gewandelt hat. Junge Lehrpersonen können sich so ein anschauliches Bild der damaligen Verhältnisse für das Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen machen.

Tiki-Toki – eine Zeitreise mit digitalen Mitteln
Dank einer Digitalleiste auf der Website http://www.hepvs.ch/de/forschung1/publikationen sind Auszüge von Szenen erzählter Kindheit einfach abrufbar. In diesen Erzählungen werden Walliser Kinderschicksale konkret nachvollziehbar. Diese Zeitleiste ist Teil eines Beitrages von Edmund Steiner über Motive erzählter Kindheit. Die weiteren PH-VS Dozierenden Alain Metry, Hans Aschilier, Danièle Périsset und Pierre Vianin haben die Sonderschulen und die Schulpublikationen analysiert. Romaine Schnyder zeigt die schrittweise Einführung der schulpädagogischen Dienste auf. Herbert Roten widmete seine Aufmerksamkeit auf die Neugeborenen von damals. Die Analyse von André Karlen betrifft die Entwicklung der Jugendgerichte. Walter Schnyder erzählt seine persönlichen Erlebnisse mit der Transhumanz (Wanderweidewirtschaft) zwischen Gampel und Jeizinen und Julian Vomsattel wirft einen Blick auf die Art und Weise, wie man damals in seinem Dorf Visperterminen mit behinderten Kindern umgegangen ist.

Foto : von l. nach r. Romaine Schnyder, Hans Aschilier, Herbert Roten, Alain Metry, Julian Vomsattel, Walter Schnyder, André Karlen und Edmund Steiner.