Das Wallis und das Aostatal

St-Maurice (pac) – Juni 2018: Im Februar 2018 unterzeichneten Staatsrat Christophe Darbellay und der PH-VS Direktor Patrice Clivaz zusammen der Bildungsdirektorin der Autonomen Region Aostatal und dem Rektor der Universität des Aostatals ein Abkommen mit dem Ziel, künftig gemeinsam Projekte im Bildungsbereich anzugehen. Ein kürzlich durchgeführter Arbeitstag in St-Maurice ermöglichte es, eine ganze Reihe von konkreten Projekten und Massnahmen sowohl für die beiden Kantonssprachen als auch für das Patois sowie für den Dialekt des Walser-Tiitsch in Gressoney zu formulieren.

Koordiniert von Gabriella Vernetto, Edmund Steiner und Fabio Di Giacomo, brachte dieser Arbeitstag die Verantwortlichen für die Grundausbildung und Weiterbildung der Lehrpersonen auf beiden Seiten des St-Bernard zusammen. Der Präsident der Patois-Stiftung, Marius Dumoulin, nahm ebenso teil wie Michel Beytrison, Adjunkt der Dienststelle für das Unterrichtswesen sowie ein Dutzend Vertreter aus dem Aostatal unter der Leitung von Gabriella Vernetto.

Ein Monnet-Terretaz-Postulat
Während seiner mehrsprachigen Begrüssung der Aostataler-Gruppe mit Patois, Französisch Italienisch und dem Oberwalliser Dialekt verwies der PH-VS-Direktor Patrice Clivaz auf die vielfältigen Beziehungen zwischen den beiden direkt benachbarten Alpentälern. Fabio Di Giacomo erinnerte daran, dass die Vereinbarung es ermögliche, ein altes Postulat zu konkretisieren, indem er sich einen Austausch zwischen Studierenden und Lehrpersonen der Grund- oder Weiterbildung zwischen Aosta, Brig oder St-Maurice vorstellte. Der Diskurs über die Sensibilität für sprachliche Minderheiten war tagsüber allgegenwärtig, da das italienischsprachige und französischsprachige Aostatal noch immer eine schöne Präsenz des Französisch-provenzalischen und sogar einer kleinen Walserkolonie kennt, die den gleichen alemannischen Dialekt spricht wie die Menschen auf der anderen Seite, in Zermatt oder Saas Fee. Ein zukünftiges Treffen in Aosta soll es ermöglichen, die verschiedenen anvisierten Projekte voranzubringen. Ein geplantes Treffen im Herbst 2018 zwischen den Behörden der beiden Regionen im Hospiz des Grand St-Bernard soll dann die nun begonnene Zusammenarbeit besiegeln.

Foto : Wallis und Aostatal – vielversprechende Begegnung.