Die Ausbildung auf dem Sockel der Erfahrung der Ehemaligen aufbauen

Pädagogische Hochschule Wallis Die Ausbildung auf dem Sockel der Erfahrung der Ehemaligen aufbauen

Orsières : In der Pädagogik gibt es Konstanten, wie z.B. die Übermittlung einer gewissen Rigidität im Lernprozess und die Anpassungsfähigkeit gegenüber neuen soziologischen und technischen Gegebenheiten. Das Treffen zwischen jungen Studierenden der PH-VS und älteren Lehrkräften anlässlich der vor kurzen Zeit in Orsières durchgeführten Vernissage des Buches über Biographien von pensionierten Lehrpersonen hat gezeigt, wie wichtig es ist, Erfahrung und Innovation zu verbinden. Im Rahmen eines grenzüberschreitenden Projektes hat die PH-VS zur Verfügung der Studierenden und des Publikums ein Werk vorgestellt, das die Porträts von knapp hundert Berufsbiographien von Lehrpersonen im Alpenraum beschreibt.

img_2834_1.jpgAuf mehr als 700 Seiten finden sich die erlebnisreichen Lebensabschnitte von Personen, die in einem geographischen Raum zwischen Bozen und dem Genfersee gearbeitet haben. Der gemeinsame Punkt liegt besonders beim Unterricht in kleinen, oft mehrstufigen Klassen in kleinen Dorfgemeinschaften. Die Interviews und Zeugnisse wurden nach einem Leitfaden durch Studierende der Freien Universität Bozen, der PH Graubünden und der PH Wallis erfasst, dies im Rahmen eines europäischen Interreg Forschungsprojektes. In seiner Einführung präsentierte Patrice Clivaz, Direktor der PH-VS, die strategische Achse der Zusammenarbeit zwischen den drei PHs Graubünden, Tessin und Wallis. Einerseits decken wir die vier Landessprachen. Anderseits verbinden wir Institute, die sich mit der gleichen Problematik befassen, zwar die Herausforderung einen qualitativ hochstehenden Unterricht bis in die hintersten Täler zu garantieren und den Zentrifugalkräften der grossen städtischen Zentren zu widerstehen innerhalb der zentralistischen Interessen der grossen urbanen Institute. Zefirin, Walliser Lehrer, Bauer, Bergführer und Weinbauer Vor nicht so langer Zeit arbeitete eine Walliser Lehrperson lediglich 6 Monate und musste sich dann für den Rest des Jahres durchschlagen und ein zusätzliches Einkommen finden. Alain Metry und Edmund Steiner, beide PH-VS Dozenten, haben das Projekt begleitet und detaillieren diese historischen Elemente. In ihrem Beitrag betonte, Nicole Barras, PH-VS Studentin, wie wichtig es ist für die neue Generation, über offizielle Dokumente von mündlichen Quellen zu verfügen, die gut aufzeigen, was der Beruf damals war und wie er sich entwickelt hat. Stefan Bumann, Chef der Dienstelle für tertiäre Bildung, unterstrich die Wichtigkeit einer Synergie zwischen den alpinen PHs. Für diese Vernissage betonte der. Gemeinderat Didier Jacquemettaz gerade diesen Wunsch der Berggebiete, die besten Rahmenbedingungen für die Vermittlung des Wissens anzubieten. Das Schulgebäude Podmainge ist in diesem Hinblilck ein gutes Beispiel. Es ist zugleich Zeuge der Geschichte und perfekt mit neuen Technologien ausgerüstet. Das Buch ist im Fachhandel erhältlich.

 

Photo : Die Delegation der Studierenden und der pensionierten Lehrpersonen mit den Autoren Alain Metry und Edmund Steiner, Dienstchef Stefan Bumann, Adjunkt Peter Summermatter und PH-VS Direktor Patrice Clivaz.

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