Erste Tagung im Zeichen des Erstaunens

Alles, was PIRACEF bringen kann 

PIRACEF, für "Programme intercantonal romand pour les activités créatrices et l'économie familiale", übersetzt " interkantonales Programm für Technisches Gestalten und Hauswirtschaft", ist einer der grössten Erfolge der Zusammenarbeit zwischen den PHs der Westschweiz. Unter dem Label PIRACEF hat die PH-VS in St-Maurice eine Tagung veranstaltet, die auf grosses Interesse stiess. Thema der Tagung war das "Staunen" als Motor für Lernen und als Ausgangspunkt für mögliche Verbindungen zur Kreativität.

2019-03-05 PIRACEF_étonnementPIRACEF wird unter die Verantwortung eines Lenkungsausschusses unter der Leitung von Rachel Atanasio von der HEP-VD gestellt. Tagungsorganisatorinnen waren Sandra Coppey, PH-VS-Dozentin im PIRACEF-Programm und Carine Tripet-Lièvre, PH-VS-Delegierte im PIRACEF-Lenkungsausschuss. Mehr als 120 Personen aus der ganzen Westschweiz nahmen teil. Das Eröffnungsreferat von Joris Thievenaz, Dozent für Erziehungswissenschaften an der Pierre und Marie Curie Universität in Paris, legte die notwendigen konzeptionellen Grundlagen, um das Staunen als treibende Kraft zum Lernen zu verstehen und um mögliche Verbindungen zum kreativen Prozess herzustellen.

Ein Erfolgsmodell innerhalb der Westschweizer Kooperation

Patrice Clivaz, Direktor der PH-VS, betonte zum Abschluss dieses reichhaltigen Tages, dass PIRACEF seit rund zehn Jahren das Flaggschiff der Zusammenarbeit innerhalb des akademischen Rates der PHs der Westschweiz sei. Die dreijährige berufsbegleitende Ausbildung mit einem Umfang von 40 ECTS hat sich bewährt. Das Prinzip der Dezentralisierung ist etabliert, so dass sich der Standort St-Maurice beispielsweise im Berich "Metall" durchsetzen konnte. Mit der Entscheidung, sich in erster Linie gemeinsam für manuelle, kreative Tätigkeiten im Rahmen dieser Zusammenarbeit einzusetzen, haben die PHs der Westschweiz ein starkes Signal zugunsten dieser Fächer ausgesendet, die durch die Verbindung von Handwerk und Ästhetik den kognitiven Fähigkeiten sicherlich zuträglich sind.

Der Koch, die Tänzerin und der Cineast

Von traditionellen Techniken des Bilddrucks über die Gefahren der Arbeit mit dem Hohlmeissel bis hin zur Herausforderung des Origami mit 3D-Druckern deckte die Tagung ein grosses Spektrum innerhalb der Branche ab. Die Workshops wurden von Fachleuten geleitet, welche es verstanden, die Liebe zur Ästhetik mit der Pädagogik zu verbinden. Julie Beauvais, Regisseurin, Choreografin und künstlerische Leiterin, erläuterte den Unterschied zwischen kollektivem und individuellem Staunen. Phillippe Ligron, Koch, stellte die Menschen und die lokalen Produkte in den Mittelpunkt des Geschehens, während Guilherme Botelho, Choreograph der berühmten Genfer Kompanie Alias, feststellte, dass Erstaunen nicht durch einen intellektuellen Prozess geschaffen werden könne, sondern durch Empfindungen und Emotionen.