2. Tag der Westschweizer Didaktiker «Geistes- und Sozialwissenschaften» (GSW)

GSW für die «Generation Z» gestalten

Nach dem Erfolg der 1. Konferenz der Westschweizer Didaktiker der Geistes- und Sozialwissenschaften (GSW), die letztes Jahr an der PH Waadt in Lausanne stattgefunden hat, hatte die PH-VS die Ehre, die 2. Konferenz durchzuführen. Didaktikerinnen und Didaktiker sowie ein breites Publikum trafen auf Referierende aus dem Bereich des «E-learning», der pädagogischen Innovation und der Mikrotechnologie, um das Thema «Schule und die Generation Z» zu vertiefen.

SHS

Die Konferenz, organisiert von Amalia Terzidis, Dozentin und Lehrbeauftragte an der PH-VS und Anita Jovanovska, wissenschaftliche Mitarbeiterin an der PH-VS, hat alle Teilnehmenden begeistert. Sie konnten anregenden Konferenzen folgen, virtuellen Unterricht in Geschichte ausprobieren und an einem mitreissenden pädagogischen mini-«Hackaton», von Hervé Barras und Isabelle Capron Puozzo geleitet, teilnehmen. Am abschliessenden runden Tisch, moderiert von Fabio Di Giacomo, Adjunkt der Direktion, sind die Teilnehmenden zum Schluss gekommen, dass die nach 1995 Geborenen – die sogenannte «Generation Z» - eigene Denkrichtungen und Merkmale innehaben, die sie in grossem Masse von den vorhergehenden Generationen unterscheiden.

Die «Z» in den «Elfenbeinturm» eintreten lassen
Anne-Dominique Salamin, Dozentin an der HESSO und Leiterin des Cyberlearn-Zentrums am Technopol in Siders, hat in ihrem Beitrag die Generation Z definiert, die sogenannten «digital natives», die in der digitalen Welt aufgewachsen sind. Sie hat eine angepasste Pädagogik vorgeschlagen, mit welcher die aus der Sicht der «Z» träge, vertikal und analog ausgerichtete Bildungsinstitution der «Generation Z» begegnen sollte. Das Bild vom schwer zugänglichen, im «Elfenbeinturm» aufbewahrten Wissen, muss im digitalen Zeitalter auch im Bereich der Schule angepasst werden.

Von der Schultafel hin zur Digitalisierung
Eric Sanchez, Dozent für Erziehungswissenschaften und Leiter des Labors für pädagogische Innovation an der Uni Fribourg hat die Anwesenden mit dem Konzept des Lernens durch spielen bekannt gemacht. Digitale Spiele, welche z.B. in einem Museum durchgeführt werden können und auf didaktischen Theorien gründen, seien eine vielversprechende Methode, um die Generation für das Lernen zu begeistern. Lyonel Kaufmann, Dozent an der PH-VD und Didaktik-Beauftragter für Geschichte und Staatskunde hat u.a. vom Projekt «digitale Bildung» des Departements für Bildung, Jugend und Kultur des Kantons Waadt gesprochen, welches auf drei Säulen basiert: Informatikwissenschaft, Anwendung von digitalen Werkzeugen in der Bildung und Medienbildung. Alain Crevoisier, Mikrotechnik-Ingenieur und Gründer von «Future Instruments», stellt sich innovative digitale Werkzeuge im Unterricht für die Zukunft vor, weil der Frontalunterricht mit einer Wandtafel für die Generation Z nicht mehr geeignet sei. Allerdings betonte er, dass die digitalen Technologien nur Werkzeuge sind, welche den Unterrichtsstil der Lehrperson unterstützen.

Foto: von rechts nach links Patrice Clivaz, Direktor PH-VS, Fabio Di Giacomo, Direktionsadjunkt PH-VS, Lyonel Kaufmann, Referent, Amalia Terzidis, Organisatorin, Eric Sanchez, Referent, Anne-Dominique Salamin, Referentin und Alain Crevoisier, Referent.