Zusatzausbildung

Zulassungsbedingungen

Diese Zusatzausbildungs- und Weiterbildungsprogramme stehen Lehrpersonen der Pflichtschulzeit (Primar- und Sekundarstufe I) aus den französischsprachigen Kantonen offen, die in ihrer derzeitigen oder ihrer künftigen beruflichen Praxis vom Unterricht in bildnerischem und technischem Gestalten betroffen sind bzw. sein werden und einen Abschluss als Lehrperson haben. 

Zulassungsvoraussetzung ist ein Bachelor für eine Lehrtätigkeit oder ein als gleichwertig anerkannter Abschluss. 

In gewissen spezifischen Situationen und ausschliesslich für bestimmte Kantone (siehe: kantonale Angaben): 

Können auch Absolventinnen und Absolventen eines Bachelors in einem Fachbereich bestimmter im Rahmen der Ausbildung behandelter Techniken zugelassen werden. In diesem Fall wird das erworbene Wissen für die betreffenden fachlichen Ausbildungsmodule angerechnet und eine Ergänzung von 30 ECTS-Kreditpunkten in den fächerübergreifenden Bereichen der Erziehungswissenschaften gefordert. Diese Ergänzung wird im Rahmen eines der Grundausbildungsprogramme der verschiedenen PHs und auf der Grundlage der kantonal festgelegten Finanzierungsmodalitäten absolviert. 

Die Zulassung auf Dossier (Admission sur Dossier) ist möglich für Inhaberinnen und Inhaber eines Berufstitels in einem technischen Fachbereich, der bestimmten der im Rahmen der Ausbildung behandelten Techniken entspricht. In diesem Fall streben die Kandidatinnen und Kandidaten den Erhalt eines Weiterbildungs-/Zusatzausbildungszertifikats mit beschränkter kantonaler bzw. interkantonaler Gültigkeit an. Verpflichtend zu erbringen ist dann eine Ergänzung um 10 ECTS-Kreditpunkte in den fächerübergreifenden Bereichen der Erziehungswissenschaften. Diese Ergänzung wird im Rahmen eines der Grundausbildungsprogramme der verschiedenen PHs und auf der Grundlage der kantonal festgelegten Finanzierungsmodalitäten absolviert. 

Die Einschreibung erfolgt per Ad-hoc-Formular ab Mitte Dezember bis Mitte Februar für das folgende Schuljahr. An jeder PH entscheidet eine Kommission über die zugelassenen Einschreibungen.

Das PIRACEF-Programm ist eine Postgraduate-Zusatzausbildung, die im Prinzip nebenberuflich absolviert wird. Ab dem zweiten Ausbildungsjahr ist es wichtig, dass die betreffenden Lehrpersonen einige Wochenstunden in bildnerischem und technischem Gestalten an ihrer Schule unterrichten können, um den Praxisbezug zu den Kursen herstellen zu können.

DAS – Berufliche Grundausbildung für den Unterricht in «Economie familiale» (vergleichbar dem Fachaspekt Hauswirtschaft)

Im ersten Jahr erfolgt eine Einführung in den Unterricht des Fachs «Economie familiale» (Hauswirtschaft). Hier werden die Kenntnisse gemäss Ausbildungsprogramm sowie soziologische und historische Hintergründe behandelt und damit die Grundlagen für das Fach gelegt. Aus fachlicher Sicht geht es um den Erwerb der Grundkenntnisse im Zusammenhang mit den grundlegenden Bedürfnissen eines jeden Menschen. Die Auseinandersetzung mit der eigenen Ernährung und der Entwicklung der Physiologie der Geschmacksorgane dienen als Basis für die weitere Ausbildung. Die Grundtechniken im Kochen sowie das Management von Ressourcen und Einrichtungen/Örtlichkeiten stehen ebenfalls auf dem Programm. 

Während des zweiten und des dritten Jahrs werden die Kenntnisse in den Bereichen Ernährung, Wirtschaft, Psychologie und Soziologie des Ernährungs- und Konsumverhaltens vertieft. Über die Entwicklung der küchen- und kochtechnischen Kompetenzen wird eine effiziente Praxis und ein kritisches Verhalten im Hinblick auf die Gewohnheiten angestrebt. 

Die didaktische und pädagogische Ausbildung ermöglichen der Lehrperson eine Vertiefung der in der Grundausbildung und dann in der Berufspraxis erworbenen Unterrichtskompetenz. Neue Ansätze im Bereich der schulischen Bildung wie z.B. die Konzepte der Berufsdidaktik bereichern die Palette der Unterrichtswerkzeuge zur Bewältigung einer Vielzahl komplexer Situationen. Der Ausbau der fachlichen Kenntnisse geht einher mit der Vermittlung von innovativen Lehr-/Lernansätzen. Ernährungs- wie auch Konsumgewohnheiten sind Themen, deren Komplexität nur mit systemischen Ansätzen erfasst werden kann. Dies umfasst auch die Ausbildung im Hinblick auf das Verstehen dieser komplexen Systeme und den Umgang damit .

Weiterbildung – didaktische und fachliche Zusatzausbildung 

Die Pädagogischen Hochschulen der französischsprachigen Schweiz und das PIRACEF bieten gemeinsam Weiterbildungsmassnahmen an, die für alle Lehrkräfte des Fachs und die Absolventinnen und Absolventen des DAS PIRACEF offen stehen. Die Teilnehmenden können hier ihre Kompetenzen als Lehrpersonen für bildnerisches und technisches Gestalten ausbauen. Das Angebot der zur Wahl stehenden Kurse findet sich auf den Webseiten der betreffenden PHs und auf der PIRACEF-Webseite. Für diese Ausbildungen können ECTS-Kreditpunkte erlangt werden, wenn die erworbenen Kompetenzen im Rahmen des PIRACEF-Programms zertifiziert sind. Diese Kreditpunkte werden im MAS angerechnet.

Studiendauer und ECTS-Kreditpunkte

  • DAS: Diploma of Advanced Studies
    • Grundbegriffe und -techniken für den Unterricht in bildnerischem und technischem Gestalten 
    • 40 ECTS-Kreditpunkte, d.h. ungefähr 1.200 Ausbildungsstunden (Unterricht und individuelle Arbeit) 
  • MAS: Master of Advanced Studies
    • Master für den Unterricht in bildnerischem und technischem Gestalten 
    • 60 ECTS-Kreditpunkte (DAS + 20 ECTS-Kreditpunkte), d.h. ungefähr 1.800 Ausbildungsstunden (Unterricht, individuelle Arbeit und Abschlussarbeit).

Ausbildungsorte

Ein Teil der Kurse findet in Lausanne statt. Das technisch-fachliche Wissen jedoch wird dezentral je nach Verfügbarkeit von Infrastruktur vermittelt. Die Ausbildung wird nur in französischer Sprache erteilt.

Kosten

  • Schweizer Bürgerinnen und Bürger sowie Ausländerinnen und Ausländer: Schulgeld von 500 Franken pro Semester

Der Anteil der Ausbildungskosten, der zulasten der Studierenden geht, variiert in Abhängigkeit vom Arbeitgeberdienst und von der PH, an der die jeweilige Person immatrikuliert ist. Die Materialkosten sind vollständig von den Studierenden zu tragen.

Die Pädagogischen Hochschulen der französischsprachigen Schweiz ? die HEP-BEJUNE, die PH Freiburg, die PH Wallis und die HEP Vaud ? haben sich zusammengeschlossen, um gemeinsam ein Ausbildungsprogramm für Lehrpersonen im Bereich des bildnerischen und technischen Gestaltens (AC, acvitités créatrices) anzubieten.

Dieses Postgraduate-Ausbildungsprogramm führt in Etappen zu zwei Abschlüssen:

  • DAS: Diploma of Advanced Studies
  • MAS: Master of Advanced Studies(*)

Diese Abschlüsse werden gemeinsam von den vier Pädagogischen Hochschulen der französischsprachigen Schweiz erteilt. Die beiden Abschlüsse (DAS und MAS) können nur nacheinander in der angegebenen Reihenfolge absolviert werden; der MAS ist jedoch nicht obligatorisch. Als kantonaler Arbeitgeber legt jedes Erziehungs-/Bildungsdepartement seine Anforderungen in Bezug auf die Abschlüsse für den Unterricht in bildnerischem und technischem Gestalten selbst fest. Der Kanton Wallis verlangt das DAS. Der MAS ist fakultativ und wird nicht vom Kanton finanziert. 

Wie jede Postgraduate-Ausbildung ermöglicht auch das PIRACEF-Programm es den Lehrpersonen, im Hinblick auf mögliche neue Verantwortungsbereiche und/oder Funktionen in ihrer Schule zusätzliche Fachkompetenzen zu erwerben.

Darüber hinaus werden auch Weiterbildungskurse angeboten.

(*) Die Ausbildung «Master of Advanced Studies» wurde noch nicht eingerichtet.

Anerkennung

Die oben genannten Abschlüsse werden in folgenden Kantonen anerkannt: Wallis, Waadt, Freiburg, Bern, Jura und Neuenburg.