Eine kollektive Herausforderung für die Schule von morgen
Die Schule von morgen lässt sich nicht per Dekret verordnen: Sie ist ein Gemeinschaftsprojekt. Ausgehend von dieser Feststellung organisierte die Pädagogische Hochschule Wallis (PH-VS) am 13. und 14. März im Rahmen ihres 25-jährigen Jubiläums zwei Hackathon-Tage zum Thema “Welche Schule für morgen?”.
Zwei Tage lang kamen Schülerinnen und Schüler, Lehrpersonen, Studierende, Bürgerinnen und Bürger sowie Akteurinnen und Akteure aus dem Bildungsbereich im Foyer du Technopôle in Siders zusammen, um gemeinsam nachzudenken, unkonventionell zu denken und ihre Ideen in konkrete Vorschläge umzusetzen.
Ein Format für Bildungsinnovation
Warum ein Hackathon? Der Begriff “Hackathon” verbindet die Idee der Problemlösung (“Hack”) mit der einer intensiven kollektiven Anstrengung (“Marathon”). Ursprünglich aus der digitalen Welt stammend, hat sich dieses Format heute in vielen Bereichen als wirkungsvoller Innovationsmotor etabliert. Innerhalb eines begrenzten Zeitraums ermöglicht es, vielfältige Kompetenzen zu mobilisieren, unterschiedliche Perspektiven miteinander in Dialog zu bringen und Ideen rasch in konkrete Vorschläge umzusetzen. Ein echter Beschleuniger für Ideen und Engagement, der im Bildungsbereich noch wenig eingesetzt wird.
Schülerinnen und Schüler als Ausgangspunkt der Reflexion
Die Überlegungen begannen am Freitagnachmittag mit über hundert Schülerinnen und Schüler aus dem Ober- und Unterwallis – sie sind von der Schule von heute und morgen am unmittelbarsten betroffen. Sie wurden aufgefordert, sich die ideale Schule vorzustellen, und legten damit den Grundstein für die weiteren Reflexionen.
Ein Schüler der Handels- und Fachmittelschule (HFMS) in Monthey berichtet: “Ich dachte, die Primarschülerinnen und -schüler hätten nichts besonders Interessantes zu sagen, aber sie hatten andere, insgesamt kreativere Ideen als wir“.
Diese ersten Samen keimten dann in den Workshops am Freitagabend und Samstag, die für die breite Öffentlichkeit zugänglich waren. Unter Anleitung der Facilitatorinnen des Lab C.I.T.É. der PH-VS arbeiteten die Teilnehmenden nach den Methoden des Design Thinking, die Kreativität, Zusammenarbeit und kollektive Intelligenz fördern.
Inspirierende Momente, die zum Weiterdenken anregen
Der Hackathon wurde von mehreren Höhepunkten geprägt. Der Vortrag von Jean Rakovitch, Doktor der Bildungswissenschaften und Direktor der École du Domaine du Possible in Frankreich (Arles), bot einen inspirierenden Blick auf die Schule, indem er sie mit verschiedenen Modellen aus der Landwirtschaft verglich – eine Einladung, Schule als lebendiges, sich ständig weiterentwickelndes Ökosystem zu sehen.
Eine anschliessende Podiumsdiskussion ermöglichte es, die Perspektiven verschiedener Akteure aus dem Bildungsbereich zusammenzuführen und die gemeinsame Reflexion über die Herausforderungen der Schule von morgen weiter zu vertiefen.
Prototypen für eine Neugestaltung der Schule
Diese Vorschläge wurden einer Jury vorgelegt, die sich aus Persönlichkeiten aus dem Bildungswesen und der Zivilgesellschaft zusammensetzte.
Zwei Projekte wurden von der Jury besonders gewürdigt:
- « L’École des 7 valeurs » (Die Schule der 7 Werte) schlägt vor, die Schule auf Stadtviertelebene zu konzipieren, um aus den Schülerinnen und Schülern echte Bürgerinnen und Bürger zu machen, die in der Lage sind, auf ihr Umfeld einzuwirken.
- « L’École du futur » (Die Schule der Zukunft) das Vorschläge von Schülerinnen und Schüler der Klassen 2-3H aufgreift, entwirft eine offene, flexible und generationsübergreifende Schule.
Im Verlauf der Workshops zeichnete sich eine gemeinsame Vision ab, ausgerichtet auf die Verbindung mit dem Lebendigen, die Stärkung der Autonomie der Schülerinnen und Schüler, die Öffnung und Vernetzung der Wissensbereiche, eine grössere Flexibilität der Lernprozesse, eine engere Verbindung zwischen Schule und Gesellschaft sowie auf Experimentieren und Kreativität als treibende Kräfte des Lernens. Die Schule erscheint hier als ein lebendiges Ökosystem, das fest in der Stadt verwurzelt ist und in dem die Schülerinnen und Schüler lernen, sich besser zu verstehen, zusammenzuarbeiten und Einfluss auf die Welt zu nehmen.
Und jetzt? Ideen mit Entwicklungspotenzial
Dieser Hackathon ist kein Selbstzweck. Die Ideen und Prototypen, die an diesen beiden Tagen entstanden sind, werden in einem Whitepaper zusammengefasst, das an Akteurinnen und Akteure aus dem Bildungsbereich sowie an politische Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger übermittelt wird, damit sie diese aufgreifen und in ihre Überlegungen einbeziehen können. Intern wird die PH-VS zudem die sich aufgeworfenen Themen analysieren, um diejenigen zu identifizieren, die von ihren Forschenden vertieft werden können und die wissenschaftliche Reflexion über die Entwicklung des Bildungssystems bereichern.
Vielen Dank an alle
Der Erfolg dieser Veranstaltung beruht auf dem Engagement zahlreicher Personen. Die PH-VS bedankt sich herzlich bei allen Teilnehmenden für ihre Kreativität und ihren Einsatz, beim Team des Lab C.I.T.É. und seinen Facilitatorinnen, bei den Mitgliedern der Jury sowie bei den Referentinnen und Referenten der Podiumsdiskussion für ihre wertvollen Beiträge.
Haben Sie Fragen oder möchten Sie mehr erfahren? Schreiben Sie uns an communication@hepvs.ch














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