Chloé Gabathuler, PhD

Sprachen, Künste, Kulturen: Mediation und Bildung
Sprachen
Deutsch, Englisch, Französisch
Kontakt

Chloé Gabathuler ist seit 2016 Lehrbeauftragte an der PH-VS im Bereich der Didaktik des Französischen. Sie ist in den Ausbildungsgängen für die Primar- und Sekundarstufe tätig und koordiniert derzeit das Forschungsteam Sprachen, Künste, Kulturen: Mediation und Bildung. Zudem ist sie Verantwortliche des Lab Culture der PH-VS, das sie 2024 gegründet hat und das untersucht, wie Kultur und Kunst zu einem fruchtbaren Ausgangspunkt für eine mögliche Weiterentwicklung der Unterrichtspraxis werden können. Sie verfügt über ein Diplom in Geisteswissenschaften der Universität Genf sowie über ein Lehrdiplom für die Sekundarstufen I und II. Nach mehreren Jahren als Lehrerin an Genfer Sekundarschulen schloss sie sich 2011 dem Forschungsteam GRAFE (Groupe de recherche pour l’analyse du français enseigné) an der Universität Genf an. Dort verfasste sie eine Doktorarbeit zum Thema Literaturunterricht, die sie 2015 erfolgreich verteidigte. Während dieser Zeit war sie Forschungsassistentin von Prof. Bernard Schneuwly. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen auf der Rezeption kultureller Werke im schulischen Umfeld sowie auf den Verbindungen zwischen Kulturvermittlung und Unterricht.

Lehrschwerpunkte

  • Didaktik der französischen Sprache und der Litteratur (Primar- und Sekundarstufe)
  • Kulturvermittlung und Schule

wissenschaftliche fachgebiete

  • Didaktik der französischen Sprache
  • Literaturdidaktik
  • Ästhetische Erfahrung
  • Ästhetische Bildung
  • Kulturelle Vermittlung und Schule

funktionen und mandat

  • Leiterin des Forschungsteams «Sprachen, Künste, Kulturen: Mediation und Bildung»
  • Gründerin und Leiterin des Lab Culture der PH-VS
  • Mitbegründerin und Mitglied der redaktionellen Leitung der Online-Zeitschrift Transpositio. Literatur und Unterricht https://www.transpositio.org/
  • Mitglied des Herausgeberkomitees der Reihe Exploration beim Verlag Peter Lang
  • Mitglied des Gründungskomitees der Plattform Forumlecture: Literalität in Forschung und Praxis https://www.leseforum.ch/index.cfm
  • Mitglied der Kommission PH-VS – Mediathek WallisWissenschaftliche Beraterin (Didaktik) für das Team Sustainability Transformation Research Initiative (STRIVE) der Universität Lausanne im Rahmen des Projekts Récits pour la transformation («Erzählungen für den Wandel»)
  • Mitglied der Association Internationale pour la Recherche en Didactique du Français (AIRDF) (Internationale Vereinigung für die Forschung in der Französischdidaktik)
  • Gutachterin für verschiedene wissenschaftliche Fachzeitschriften mit Peer-Review-Verfahren sowie für den Verlag Peter Lang
  • Organisation und Leitung mehrerer bedeutender wissenschaftlicher Veranstaltungen, darunter die internationale Tagung Les médiations au regard de l’Anthropocène: par-delà les constats et les positionnements («Vermittlungsprozesse im Zeichen des Anthropozäns: über Feststellungen und Positionierungen hinaus»), Sitten, September 2025
  • Didaktische Beraterin für die neuen Westschweizer Lehrmittel (MER L1, Zyklus 3)
  • Leiterin des Organisationskomitees der «Woche der Poesie», die jährlich von der PH-VS in Zusammenarbeit mit dem Kulturdienst des Kantons Wallis und der Mediathek Wallis veranstaltet wird.

forschungsprojekte

2021-2015 : Für eine Erzähltheorie im Dienste des Unterrichts. Baroni, R. & Gabathuler, C.

An der Schnittstelle zwischen Narratologie und Literaturdidaktik angesiedelt, ging diese Forschungsarbeit von der Feststellung aus, dass eine Diskrepanz zwischen den aktuellen Entwicklungen der Erzähltheorie und den narratologischen Instrumenten besteht, die im Französischunterricht nach wie vor vermittelt werden. Ziel war es, diese Instrumente zu aktualisieren, um sowohl einer formalistischen und schematischen Anwendung theoretischer Konzepte als auch einem ausschliesslich intuitiven Zugang zu literarischen Werken entgegenzuwirken.

Auf der Grundlage neuerer Entwicklungen der Narratologie, einer empirischen Erhebung unter Lehrpersonen der Sekundarstufen I und II in verschiedenen frankophonen Regionen sowie einer Analyse der Lehrpläne und Unterrichtsmaterialien ermöglichte das Projekt eine Neubewertung narratologischer Instrumente im Hinblick auf die aktuellen Unterrichtspraktiken und Bildungsziele. Dabei wurde insbesondere angestrebt, die Textanalyse stärker mit dem ästhetischen Erleben der Leserinnen und Leser zu verknüpfen, den Sprach- und Literaturunterricht besser aufeinander abzustimmen sowie die Herausforderungen im Zusammenhang mit Literalität, Multimodalität und Transmedialität zu berücksichtigen.

Der wissenschaftliche Beitrag dieser Forschungsarbeit liegt in der Neubestimmung der Beziehungen zwischen zeitgenössischer Narratologie und Literaturdidaktik, indem theoretische Konzepte mit ihrer tatsächlichen Verwendung im Unterricht konfrontiert wurden. Dadurch konnten die Grenzen bestimmter traditionell im schulischen Kontext eingesetzter Analyseinstrumente aufgezeigt und Konzepte sowie Ansätze identifiziert werden, die besser auf die Ziele literarischen Lernens abgestimmt sind. Aus didaktischer Sicht eröffnet die Arbeit neue Perspektiven für eine zeitgemässe Vermittlung der Analyse und Interpretation von Erzählungen, insbesondere in ihren multimodalen und transmedialen Formen.

2026-2029: Kulturelle Aktivitäten auf der Sekundarstufe: Den Stimmen der Schülerinnen und Schüler Raum geben. Beaudry, M.-C. & Gabathuler, C.

Die Forschungsarbeit zielt darauf ab, aus der Perspektive von Schülerinnen und Schülern der Sekundarstufe die Vielfalt und Bedeutung der Erfahrungen zu untersuchen, die sie im Rahmen ihrer Teilnahme an kulturellen Aktivitäten im schulischen Umfeld machen. Trotz der anerkannten zentralen Rolle der Schule bei der Demokratisierung der Kultur bleiben solche Aktivitäten auf der Sekundarstufe marginal, und der Zugang dazu ist weiterhin von sozialen und schulischen Ungleichheiten geprägt. Organisatorische Einschränkungen, fehlende Ressourcen und die hohe Arbeitsbelastung der Lehrpersonen tragen dazu bei, diese Möglichkeiten zu begrenzen. Dadurch werden vielen Jugendlichen Erfahrungen vorenthalten, die in einer entscheidenden Phase ihrer Entwicklung potenziell prägend sein können.

Darüber hinaus konzentriert sich die bisherige Forschung in der Regel auf die Perspektiven Erwachsener oder auf quantitative Untersuchungsansätze, sodass die Stimmen der Schülerinnen und Schüler und die Komplexität ihrer Erfahrungen bislang wenig berücksichtigt werden. Die vorliegende Forschungsarbeit setzt an dieser Forschungslücke an. Sie untersucht, welche Bedeutungen Jugendliche ihrer Teilnahme an kulturellen Aktivitäten beimessen und welche Bedingungen diese Erfahrungen begünstigen oder erschweren.

Die Studie folgt einem qualitativen, deskriptiven und verstehensorientierten Ansatz und bezieht 100 Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe ein (N = 100). Ihre Perspektiven werden zu zwei Zeitpunkten erhoben: unmittelbar nach der kulturellen Aktivität und einige Wochen später. Mithilfe einer thematischen Analyse sollen die Vielfalt der Erfahrungen, mögliche Veränderungen im Zeitverlauf sowie die Hindernisse und begünstigenden Faktoren herausgearbeitet werden, die diese Erfahrungen prägen. Dabei werden die unterschiedlichen schulischen Kontexte und die Vielfalt der angebotenen Aktivitäten berücksichtigt.

Der erwartete wissenschaftliche Beitrag besteht in einem vertieften Verständnis der zugrunde liegenden Prozesse und der Bedingungen, unter denen kulturelle Aktivitäten für Jugendliche zu bedeutsamen Erfahrungen werden können. Zugleich soll die Untersuchung Erkenntnisse für die Weiterentwicklung der Praxis in schulischen und kulturellen Einrichtungen liefern.

2026-2031: Kulturelle Bildungswege: Auswirkungen des Kulturvermittlungsprogramms der Place des Arts auf Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe – eine Längsschnittstudie. Beaudry, M.-C. & Gabathuler, C.

Diese Forschungsarbeit zielt darauf ab, empirische Daten zu gewinnen, anhand derer sich die positiven Wirkungen untersuchen lassen, die der Teilnahme junger Menschen an künstlerischen und kulturellen Aktivitäten gemeinhin zugeschrieben werden – sowohl in schulischen und kulturellen Einrichtungen als auch in der erziehungswissenschaftlichen sowie der geistes- und sozialwissenschaftlichen Forschung. Die Längsschnittuntersuchung einer Kohorte von 1.000 Schülerinnen und Schülern ermöglicht es, die Wirkungen dieser Erfahrungen auf drei Dimensionen zu untersuchen, empirisch zu belegen oder differenziert zu beurteilen: die Handlungsfähigkeit (Empowerment), die Selbstwirksamkeit (Self-Efficacy) und das menschliche Aufblühen (Flourishing).

Über die Gewinnung wissenschaftlicher Erkenntnisse hinaus sollen die Ergebnisse Merkmale und Bedingungen kultureller Erfahrungen identifizieren, die zur Entwicklung dieser drei Dimensionen sowie zur Stärkung der Kompetenzen und kulturellen Praktiken der Schülerinnen und Schüler beitragen können. Sie sollen konkrete Anhaltspunkte für die Konzeption, Anpassung und Evaluation von Angeboten der Kulturvermittlung an Schulen liefern.

Die Forschungsarbeit wird somit zu einem besseren Verständnis der Prozesse beitragen, durch die künstlerische und kulturelle Erfahrungen die soziale und kulturelle Entwicklung junger Menschen fördern können. Darüber hinaus eröffnet sie Perspektiven für die Lehrkräftebildung und die Fachdidaktik, indem sie untersucht, wie kulturelle Aktivitäten in den Fachunterricht integriert werden können und unter welchen Bedingungen sie sich mit den jeweiligen Lernzielen verknüpfen lassen.

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