Francine Fallenbacher-Clavien, PhD

Sprachen, Künste, Kulturen: Mediation und Bildung
Sprachen
Englisch, Französisch, Italienisch
Kontakt

Francine Fallenbacher-Clavien ist Professorin bzw. Dozentin an der HEP-VS, wo sie seit 2016 Französischdidaktik unterrichtet. Sie verfügt über einen Masterabschluss in Geisteswissenschaften (Französisch, Philosophie und Kunstgeschichte) der Universität Lausanne. Von 2008 bis 2016 lehrte sie Französischdidaktik für die Primar- und Sekundarstufe an der Universität Genf, bevor sie an die HEP-VS wechselte. Parallel dazu engagierte sie sich in der Bildungspolitik innerhalb der EDK (Schweizerische Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektorinnen und -direktoren) und der CIIP (Westschweizer Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektorinnen und -direktoren). Sie ergänzte ihren akademischen Werdegang mit einer Promotion in Erziehungswissenschaften, die sie 2017 an der Universität Genf abschloss. Ihre Dissertation befasste sich mit dem Unterricht von Lyrik und literarischen Metatexten. Ihre Forschungsarbeiten beschäftigen sich mit der Didaktik des Französischen, insbesondere mit der Literatur- und Lyrikdidaktik. Dabei interessiert sie sich besonders für die literarische Rezeption, das Schreiben sowie für die sinnliche bzw. ästhetische Erfahrung als Ansatzpunkt für den Lyrikunterricht.

lehrschwerpunkt

  • Französischdidaktik (Lesen und Schreiben)

wissenschaftliche fachgebiete

  • Literaturdidaktik: literarische Rezeption, Schreiben, Didaktik
  • Didaktik der Poesie: Poesie, sinnliche Erfahrung; Didaktik

funktionen und mandat

  • Assoziiertes Mitglied der GRALE (Didaktik der Sprachen im mehrsprachigen Kontext), Universität Genf
  • Mitglied des Redaktionskomitees der Carnets de Poédiles (Internationale Zeitschrift zum Unterricht von Poesie), Universität Rennes

forschungsprojekte

2021-2024 : Die sinnliche Erfahrung im Lyrikunterricht: ästhetische, ethische und didaktische Herausforderungen. F. Fallenbacher-Clavien (ph-VS), V. Michelet (ph-VS),

Ausgehend von drei Unterrichts- und Lernsequenzen zur Poesie, die für die Zyklen 2 und 3 entwickelt wurden und den Walliser Lehrpersonen zur Verfügung stehen, schlagen wir innovative Praktiken im Bereich des schriftlichen und mündlichen Verstehens sowie der schriftlichen und mündlichen Produktion vor. Dabei wird dem lesenden und schreibenden Subjekt Raum gegeben, indem mit dem Rhythmus, der Mündlichkeit und der für das Gedicht charakteristischen Musikalität gearbeitet wird (Fallenbacher-Clavien & Michelet, 2023). Die Annotation und das anschliessende Sprechen bzw. performative Vortragen sowie die Videoaufnahme der in Gruppenateliers entstandenen Gedichte fördern diese Arbeit. Dabei wird aus dem künstlerischen Bereich der Zugang über die sinnliche Erfahrung übernommen. Diese Herangehensweise verlangt von den Schülerinnen und Schülern, sich als sensible Gemeinschaft zu verstehen, die ihre Aufmerksamkeit auf sich selbst, auf andere, auf den Text und auf die jeweiligen Kontexte richtet. Dadurch entsteht eine enge Verbindung zwischen Ästhetik und Ethik. Ausgehend von der Umsetzung der entwickelten Unterrichtssequenzen im Klassenzimmer untersucht unsere Forschung die Auswirkungen dieses neuen Ansatzes auf das Verstehen und die Produktion schriftlicher und mündlicher Texte sowie auf die Entwicklung überfachlicher Kompetenzen (Zusammenarbeit, kreatives Denken, Wahrnehmung der eigenen Sensibilität, Perspektivenwechsel usw.). Die Analyse stützt sich auf Videoaufnahmen der Aktivitäten der Schülerinnen und Schüler während der Annotation und des mündlichen Vortrags. Darüber hinaus untersuchen wir die Rezeption der vorgeschlagenen Unterrichtssequenzen durch die Lehrpersonen, um die Ausbildung im Bereich eines sensiblen Zugangs zu Texten weiterzuentwickeln.

Eine aktionsorientierte Weiterbildung für Lehrpersonen des Zyklus 3 sowie halbstrukturierte Interviews ermöglichen es, diese Fragen zu beantworten, die Sequenzen bei Bedarf anzupassen und Konzepte für die Grundausbildung und Weiterbildung von Lehrpersonen vorzuschlagen.

2011-2014 : Metatexte von Autor-innen und Literaturunterricht an der Sekundarstufe II. B. Schneuwly (UNIGE), F. Fallenbacher Clavien (ph-VS), C. Hunziker.

SNF-Projekt Nr. 100013-135063

Durch die Analyse der Verwendung von Autor-innen-Metatexten (AMT) – einem Unterrichtsgegenstand, der im Literaturunterricht zunehmend präsent ist und in immer vielfältigeren Formen eingesetzt wird – zielt diese Forschung darauf ab, neue Tendenzen des Literaturunterrichts zu identifizieren, die stärker auf Fragen der Rezeption und Produktion literarischer Texte ausgerichtet sind.

Die Studie umfasst zwei Teilbereiche: Zum einen werden Untersuchungen durchgeführt, um die in Lehrmitteln vorkommenden Arten von Autor-innen-Metatexten sowie die Vorstellungen und Einschätzungen von Lehrpersonen dazu zu erfassen. Zum anderen werden die tatsächliche Verwendung unterschiedlicher Autor:innen-Metatexte im Literaturunterricht der Sekundarstufe II beobachtet und analysiert, um ihre didaktische Transformation sichtbar zu machen.

Auf der Grundlage eines beschreibenden Instruments in Form von „Synopsen“ analysiert die Forschung die beobachteten Unterrichtssequenzen hinsichtlich ihrer zeitlichen Struktur, ihrer sozialen Arbeitsformen, ihrer Materialien und Aktivitäten. Dabei wird besonderes Augenmerk auf die professionellen Handlungen der Lehrperson gelegt.

Die Studie stellt einen der ersten semi-experimentellen Ansätze zur Untersuchung von Unterrichtspraktiken im Bereich literarischer Gegenstände auf der Sekundarstufe II in französischsprachigen Klassen dar – in einer Phase des Umbruchs, die durch die Neudefinition der Lehrpläne für diese Schulstufe geprägt ist.

Publikation:

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