Jean-Marc Gomez, PhD

Gefühl, Lernen und Wohlbefinden in der Schule
Sprachen
Englisch, Französisch, Spanisch
Kontakt

Jean-Marc Gomez ist Professor und Leiter des Forschungsteams « Gefühl, Lernen und Wohlbefinden in der Schule ». Dieses Team basiert auf der Annahme, dass sozioemotionale Kompetenzen, kognitive Mechanismen und schulischer Erfolg untrennbar miteinander verbunden sind. Er promovierte in Psychologie an der Universität Genf und absolvierte seine Ausbildung in Pädagogik sowie kognitiver und affektiver Psychologie in Lausanne und Genf, bevor er 2010 an die Institution wechselte. Seine Forschungsarbeiten befassen sich mit der Frage, wie affektive Kompetenzen und exekutive Funktionen die kognitiven, emotionalen und verhaltensbezogenen Reaktionen von Kindern und Jugendlichen beeinflussen, insbesondere durch das Spiel als Lernmedium. Seine Forschung ist in einer zugleich transversalen und transdiagnostischen Perspektive verankert und zielt darauf ab, gemeinsame Mechanismen sichtbar zu machen, die Lern- und Regulationsschwierigkeiten zugrunde liegen – über traditionelle klinische Kategorien hinaus.

lehrschwerpunkte

  • Kognitive und affektive Wissenschaften
  • Lernstrategien
  • Lernen und Selbstregulation durch Spiel
  • Unterstützung der Entwicklung von Kindern und Jugendlichen

wissenschaftliche fachgebiete

  • Sozioemotionale Kompetenzen
  • Exekutive Funktionen und Impulsivität
  • Selbstregulation und Metakognition
  • Leistungsangst
  • Prävention und Intervention
  • Kognitiv-emotionale Fördermaßnahmen
  • Strukturgleichungsmodelle

funktionen und mandat

  • Teamleader der Forschungsgruppe „Gefühl, Lernen und Wohlbefinden in der Schule “ an der PH-VS
  • Verantwortlicher für die Praxisausbildung der Sekundarstufen I und II
  • Mitglied des Netzwerks « Emotion et Education » (UNIGE)

forschungsprojekte

2025–2028: Emotion in Education Network. D.Sander, C.Audrin, F. Clément, P. Edwards, P.Gay, E.Gentaz, J.-M.Gomez, N.Mella-Barraco, S. Richard, I. Vuillemin

Förderung des interkantonalen Netzwerks zu den Zusammenhängen zwischen Emotionen und Bildung

Dieses Netzwerk zielt darauf ab, die Verbindungen zwischen akademisch Forschenden im Bereich Emotionen (insbesondere aus der Psychologie, den Neurowissenschaften und den Erziehungswissenschaften) und nicht-akademischen Fachpersonen im schulischen Umfeld (Lehrpersonen, Pädagog:innen, Schulsozialarbeitende, Schulpflegefachpersonen) zu stärken. Ziel ist es, die Reflexion, die Aktivitäten und die Ergebnisse des Projekts IMAGINES (SNF-Förderung Nr. 100019_188966) weiterzuführen und auszubauen. Auf dieser Grundlage bringt das Netzwerk akademische und nicht-akademische Akteur-innen zusammen, die ein gemeinsames Interesse daran haben, Programme und bewährte Praktiken aus der Forschung zu Emotionen und emotionalen Kompetenzen von Schülerinnen, Schülern und Lehrpersonen umzusetzen. Dabei stehen beispielsweise die Rolle bestimmter Schlüssel emotionen wie Neugier oder prüfungsbezogene Angst sowie zentrale emotionale Kompetenzen im Unterricht, wie das Verstehen und die Regulation von Emotionen, im Mittelpunkt.

(Projekt: SNF Nr. 229182)

2026-2029 : Die Nutzung der Metapher als Strategie zur Emotionsregulation in der Adoleszenz. E.Mascitti (UNIGE), J-M. Gomez (ph-VS), Mella-Barraco (UNIGE)

Die Adoleszenz ist durch eine asynchrone Reifung zwischen den subkortikalen Systemen gekennzeichnet, die der emotionalen Reaktivität zugrunde liegen, und den präfrontalen Regionen, die für die kognitive Kontrolle zuständig sind. Diese neuroentwicklungsbedingte Vulnerabilität, die durch gleichzeitig stattfindende schulische Übergänge in dieser Entwicklungsphase verstärkt wird, macht den Einsatz anspruchsvoller Regulationsstrategien – wie beispielsweise der kognitiven Neubewertung (Gross, 2015) – besonders ressourcenintensiv und unter hoher emotionaler Belastung möglicherweise sogar unwirksam.

Aus dieser Perspektive untersucht diese Forschung die Theorie der konzeptuellen Metaphern (Lakoff & Johnson, 1980) als eine Alternative zur Emotionsregulation mit geringerem kognitivem Aufwand. Als Mechanismus, der abstrakte Erfahrungen in konkrete Denkmuster einbettet, erleichtert die Metapher die Externalisierung und emotionale Benennung (affect labelling). Dieser Prozess könnte dazu beitragen, die emotionale Intensität mit einem geringeren Einsatz von Aufmerksamkeitsressourcen zu regulieren und den Übergang von Rückzugsstrategien (Vermeidung, Unterdrückung) hin zu adaptiven Bewältigungsstrategien (Problemlösung, kognitive Neubewertung) zu fördern.

Ziel dieser Studie ist es daher, zu modellieren, wie metaphorische Strukturen die Emotionsregulation bei Jugendlichen organisieren, und ihre Eignung als pädagogischer Ansatzpunkt zu untersuchen. Ausgehend von den individuellen Vorstellungen der Schülerinnen und Schüler strebt dieses Projekt an, die Grenzen standardisierter universeller Interventionen zu überwinden. Es schlägt eine innovative pädagogische Gestaltung vor, um das langfristige Wohlbefinden sowie die Aufrechterhaltung der Beziehung zur schulischen Umgebung nachhaltig zu unterstützen.

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