Ereignisse 2017

Heisser Stein 2017

Boccia für die Freundschaft

Naters (pac) Juni 2017: Die PH-VS interne Vereinigung Kultani versucht, Aktivitäten zu initiieren, die die Geselligkeit zwischen den Mitarbeitenden pflegt. An der Reihe war in Naters ein Bocciaabend.

IMG 2461Das akademische Schuljahr neigt zu Ende und neben der Beteiligung der Dozierenden an der Despedida in Vétroz organisierte Kultani einen gemütlichen Abend mit der Möglichkeit, im Zentrum von Naters vor einem Abendessen mit „heissen Steinen“, am Bocciaspiel zu messen.

Foto: PH-VS-Dozierende am Bocciawiegen.

Das Wallis als Pate für die Schweizer Schule von Bogota

Die PH-VS an der Front

Zürich (pac) Juli 2017: Die Schweizer Schulen im Ausland sind ein Schaufenster unseres Landes. Wenn Frankreich davon mehr als 400 weltweit besitzt, ist die Schweiz mit ca. 15 Auslandschulen viel bescheidener. Nur die Schulen in Bogota bietet eine Ausbildung auf Französisch an. Mit Bern ist das Wallis Patenkanton für diese Schule. Der Präsident des Collegio helvetia ist ebenfalls ein Walliser. Er hat vor kurzem Patrice Clivaz, Direktor der PH-VS, getroffen, der seit Jahren für die Patenschaftsbeziehung der PH-VS mit Bogota bemüht ist.

bogotaJedes Jahr treffen sich die Schweizer Schulen im Lande für einen Kongress, der  dieses Jahr in Zürich stattfand. Dabei präsentierte der Kanton Zürich seine grosse Bildungspalette. Dessen Universität verfügt über ein Budget von 1,2 Milliarden Franken, was etwa 100 x dem Budget der PH-VS entspricht, die in der gleichen Hochschulliga mitspielen darf. Gewisse Kantone unterstützen die Auslandschulen finanziell. Andere agieren viel bescheidener. So zum Beispiel auch das Wallis, das mit der PH-VS eine historische Beziehung zu Partnerschulen in Bogota pflegt. Dies in der Form von Weiterbildungsangeboten oder die Zusendung von Praktikanten der Grundausbildung für die Primarschulstufe.

Walliser in Kolumbien
Als Kadermann in der chemischen Industrie hat der Walliser Philippe Crettex seine Karriere in Bogota gemacht. Er präsidiert die Schweizer Schule. Diese hat wie die PH-VS die seltene Eigenheit, dass sie den Unterricht auf Deutsch und Französisch anbietet. Die mit Patrice Clivaz geführten Diskussionen münden im gemeinsamen Wunsch, die Patenschaft zu fördern. Da die PH-VS nur einen kleinen Spielraum im Unterstützungsbereich hat, muss das Thema so rasch wie möglich auf Niveau Departement diskutiert werden.

Foto: Von l. nach r.  Philippe Crettex, Präsident der Schweizerschule von Bogota, Patrice Clivaz, Direktor des PH-VS und Cédric Schupisser, Rektor der Schweizerschule von Bogota.

Erstes Kolloquium über die frühkindliche Bildung

Wallis und Waadt Hand in der Hand

Lausanne (pac) Juni 2017: Im Rahmen der neuen Schweizer Projekte für die Fachdidaktik haben sich die PH Waadt und die PH Wallis in der frühkindlichen Bildung profiliert. Ein erstes Kolloquium unter der Führung von Anne Clerc (PH Waadt)  und Isabelle Truffer (PH-VS) fand vor kurzer Zeit in Lausanne statt.

apprentissagesHarmos hat die Lage grundsätzlich für die vier ersten Jahre der obligatorischen Schule geändert. Dabei gibt es das Risiko, dass die Lehrpersonen einfach Arbeitsformen der Primarschule in die abgeschaffte Stufe des ehemaligen Kindergartens einführen. Diese frühkindliche Bildung mit fundamentalen Lernschritten spielt eine sehr bestimmende Rolle im schulischen Erfolg. Das Thema der Suppression von Momenten mit freiem Spiel, die für die Entwicklung des Kindes zwischen 3 und 7 so wichtig sind, wird oft evoziert. Anne Clerc Georgy von der PH-Waadt und Isabelle Truffer Moreau von der PH-VS  haben die Diskussion vor einem breiten Fachpublikum eröffnet, das die Forschungsprojekte von kanadischen Spezialistinnen mit grossem Interesse verfolgte. Mehr als 30‘000 bekannte Worte trennen in der ganzen jungen Ausbildungszeit ein Kind aus soziologisch favorisierten Kreisen von einem Kind aus armen Kreisen. Philippe Gay und Sylvie Richard, beide  PH-VS Vertreter, untersuchten das Thema der emotionalen Kompetenzen in der Basisstufe.

Foto: von l. nach r. Anne Clerc, Lirja Amani, Isabelle Truffer, Sylvie Richard und Philippe Gay

Deutschdidaktiker der Deutschschweiz in Brig

Die „Bildungssprache“ – Antworten für den Unterricht und Bildungserfolg finden

Brig (pac) Juni 2017: Bildungs- und Berufserfolg setzt eine gute Diskursfähigkeit der Lehrperson voraus. Die Deutschdidaktikerinnen und Deutschdidaktiker der Pädagogischen Hochschulen (PH) der deutschen Schweiz haben sich am 29. und 30. Juni 2017 in Brig mit diesem Thema auseinandergesetzt.

thumb DeutschdidaktikerDie Tagung vor Ort wurde von Efrem Kuonen, Deutschdidaktiker an der PH-VS und selber Mitglied dieses nationalen Forums für Deutschdidaktik organisiert. 67 Spezialisten aus den PHs der Deutschschweiz und Bildungsfachleute aus Deutschland haben daran teilgenommen und profitierten von hochstehenden Referaten und Präsentationen laufender Forschungsprojekte. Folgende Fragestellungen standen im Zentrum der Tagung:

- Inwiefern sind bildungssprachliche Kompetenzen wichtig für den schulischen Erfolg?
- Welche sprachlichen Erwartungen und Praktiken werden im Sprach- und Fachunterricht vorausgesetzt?
- Wie können bzw. sollen sprachliche Erwartungen bewusst gemacht und sprachliche Praktiken der Lehrperson sowie der Schülerinnen und Schülern vermittelt werden?
- Welche Anforderungen ergeben sich daraus an das fachliche und fachdidaktische Wissen von Lehrpersonen nicht nur im Deutschunterricht sondern gerade auch in andern Fächern?
In seiner Begrüssung freute sich der Direktor der PH-VS, Patrice Clivaz, dass die Deutschdidaktikerinnen und Deutschdidaktiker den Weg in die vor ein paar Tage erfolgsgekrönte Jodelstadt Brig gefunden haben und unterstrich, dass gerade der Jodel eine sehr enge Beziehung zur deutschen Sprache habe. Mit dem Rückzug der Engländer aus der europäischen Union gewinnt die deutsche Sprache eine immer grössere Rolle und soll nun neben Französisch eine neue Schlüsselfunktion übernehmen. In diesem Kontext versucht die PH-VS im zweisprachigen Kanton Wallis, die Stellung der deutschen Sprache konstant zu verbessern

Foto: von l. n. r. Efrem Kuonen, Stefan Hauser, Afra Sturm, Verena Pisall, Simone Fässler und Patrice Clivaz.

Debatte über die Zukunft der Walliser Hochschulen

Das geeignete Kostüm tragen

Sitten (pac) Mai 2017: Die Dozierenden der PH-VS gehören zur Walliser Vereinigung der Dozierenden des tertiären Bereichs, die vor kurzem ihre Jahresversammlung hielt. Am Ende dieser Versammlung fand ein Podiumsgespräch statt, das demonstrierte, wie wichtig es für das Wallis ist, einen eigenen Weg für die tertiären Schule zu finden, um nicht nur eine Kopie von dem zu sein, was sich im Bereich der Hochschulen in den grossen universitären Städten wie beispielsweise Genf oder Zürich befindet.

IMG-débat-Haute-école-Buchard-Clivaz-Seppey 2253Circa dreissig Personen aus der HES-SO, der ECAV und der PH-VS verfolgten die geführte Diskussion zwischen deren Direktionsmitgliedern. Die PH-VS war ebenfalls sehr gut vertreten. Circa ein Drittel der Anwesenden stammte aus den Reihen der Dozierenden der PH-VS, darunter eine grosse Mehrheit vom Standort Brig. Als eine Art Grosser Bruder der Walliser Hochschulen kommentierte François Seppey, Direktor der HES SO, die erfreuliche Entwicklung der HES SO. Die PH-VS skizzierte dann, wie sie mit den gesetzgeberischen Modifikationen vorwärts kommt, damit sie sich gemäss dem neuen Bundesgesetz HFKG der institutionellen Akkreditierung stellen kann. Ihr Direktor, Patrice Clivaz, zeigte sich bezüglich dem Akkreditierungsprozess sehr zuversichtlich. Interessantes Faktum ist, dass die PH-VS die einzige Walliser Hochschule als direkt Mitglied von Swissuniversities ist. Patrice Clivaz gehört übrigens dem nationalen Komitee, das als Direktionsorgan von Swissuniversities wirkt. Dazu gehören zwei Vertreter der universitären Hochschulen, zwei Vertreter der Fachhochschulen und zwei Vertreter der Pädagogischen Hochschulen. Vor 4 Jahren erreichte die HES SO erfolgreich den Status einer autonomen Institution. Die PH-VS macht sich nun auch auf diesen Weg, muss dazu aber zuerst seitens des Parlamentes eine Gesetzesrevision abwarten, die aufgrund der Grössenordnung, ein wenig anders als das HES SO Modell sein kann, was die Akkreditierungskriterien zulassen. Die Zeichen, sei es im Rahmen des Parlamentes oder des Departementes sind nun sehr positiv. Dank der PH-VS ist das Wallis direkt in der Welt der Hochschulen präsent, was für einen Randkanton eine besondere Bedeutung hat. Der Walliser Ast der HES SO gehört in der Tat dem grossen Ensemble der HES SO Welschschweiz, dessen Führung auf alle Westschweizer Kantone verteilt wird. Um die Akkreditierung der PH-VS zu garantieren wird aber der Kanton Wallis sein finanzielles Engagement leicht erhöhen müssen, denn die Kosten der PH-VS sind kontinuierlich in den letzten 5 Jahren gesunken.

Die Reichen und die Armen
Zu den Grundaufträgen jeder Hochschule gehört ebenfalls die Forschung. In diesem Bereich sind Institutionen mit Forschungsaktivitäten, die direkt mit der Privatwirtschaft zu tun haben unvergleichbar privilegierter gegenüber Institutionen, die sich der Kunst oder der Pädagogik widmen. Diese Problematik der Drittmittelfindung für Forschungsprojekte kennt auch Sybile Omline, Direktorin der Kunsthochschule ECAV. Auch innerhalb der HES SO Studiengänge wie die der sozialen Arbeit, hat man Mühe, Drittmittel zu akquirieren, wie Interventionen der versammelten Personen bezeugten. Oft haben Auftraggeber die Meinung, dass Hochschulen Forschungsprojekte zu Dumpingpreisen ausführen können, doch dem ist nicht so.

Den Walliser Weg im tertiären Bereich finden
Die Aussagen von Stefan Bumann, Dienstchef für die Hochschulen, von Marylène Volpi, Präsidentin des ZMLB und von Jean-Michel Segura, Präsident der Vereinigung der Dozierenden des tertiären Bereiches gingen in die gleiche Richtung wie die von Patrice Clivaz und von François Seppey vorgestellten Postulate. Der Kanton Wallis wird keinen tertiären Wohlstand finden, wenn er versucht, die grossen urbanen universitären Zentren zu imitieren. Wenn also die Präsenz von Doktortiteln innerhalb des Lehrkörpers für Geldgeber wie beispielsweise den Nationalfonds ein Mehrwert und eine Grundbedingung ist, so bleibt der Erhalt einer privilegierten Beziehung zum Terrain ein sicherer Wert für eine Hochschule. Hochschuldozierende behalten somit die gute Verbindung als Lehrperson oder als Ingenieur. Die nationale Struktur der Fachhochschulen, Pädagogische Hochschulen und universitäre Hochschulen soll durch eine gegenseitige Unterstützung zwischen PHs und FHs gestärkt werden. Aufgrund der heutigen Situation können sich im Wallis nur diese beiden letzten Hochschultypen entwickeln. Denn universitäre Antennen vom Typ eidgenössische Hochschule Lausanne in Sitten sind zwar hervorragende Elemente. Es wird aber finanziell kaum für den Kanton tragbar, die in autonome universitäre Hochschulen hinaufzutreiben. Das illustriert eine anwesende Dozentin mit ihrer Aussage: „Wir müssen das für unsere Grösse geeignete tertiäre Kostüm finden“.

Foto: von l. nach r. Christina Buchard, Journalistin; Jean-Manuel Segura, Präsident der Vereinigung der Dozierenden des tertiären Bereiches; Sybille Omlin, Direktorin der kantonalen Kunstschule des Wallis; Patrice Clivaz, Direktor der PH-VS; Stefan Bumann, Chef der Dienststelle für Hochschulen; Marylène Volpi-Fournier, Präsidentin des ZMLB und François Seppey, Direktor der HES SO Valais-Wallis.

PIRACEF – Der 9. Studiengang wurde lanciert

Von Laurent Emery zu Carine Tripet Lièvre

St-Maurice (pac) Mai 2017: Seit bald 10 Jahren hat sich die interkantonale Ausbildung PIRACEF gut etabliert. Vom Anfang an hat die PH-VS, besonders durch das Wirken von Laurent Emery, ein grosses Interesse für diese pädagogische Zusatzausbildung gezeigt, die die spezialisierten Handarbeits- und Hauswirtschaftlehrperson ausbildet. Mit Carine Tripet Lièvre kann die PH-VS die Kontinuität gut garantieren.

piracef 9 smallDie drei PHs Wallis, Waadt und BEJUNE haben seit langer Zeit ihre Kräfte gebündelt, um diese 40 ECTS Ausbildung auf die Beine zu stellen. Berufsbegleitend bilden sich die Studierenden drei Jahre lang jeden Mittwoch aus. Die Regularität der Kohorten erlaubt, die Qualität kontinuierlich zu erhöhen und die für den Kanton Wallis geltende Begrenzung von 10 Personen je Studiengang garantiert eine gute Marktdeckung. Der Studiengang 2017-2020 hat eben begonnen, dies mit einer Kickoff Sitzung unter dem Präsidium von Patrice Clivaz, Direktor der PH-VS.

30 ECTS für Zusatzleistungen
Eine der Partikularität von PIRACEF ist, dass sie sich ganz in den Grundprinzipien der Kollaboration in der Westschweiz situiert. Der gesamte geographische Raum muss gedeckt werden. Die Studierenden pendeln also zwischen Le Landeron im Kanton Neuenburg bis St-Maurice im Kanton Wallis. Einigen Studierenden fehlt am Anfang die geeignete Lehrkompetenz. Darum organisiert die PH-VS Ergänzungskurse im Umfang von 30 ECTS, welche minimale pädagogische Kenntnisse vermittelt, ohne dass diese Kredite eine allgemeine gleichwertige Lehrerausbildung garantieren. Carine Tripet Lièvre ist an der PH-VS die Spezialistin dieser Zusatzleistungen. Von nun an wird sie auch die PH-VS im Leitungskomitee von PIRACEF vertreten.

Foto: Les Valaisans de la volée 2017-2020 entourent Laurent Emery, pilier des 9 premières années de PIRACEF.

Kulatni besucht die Folatères

Martinach (pac) Mai 2017: Kultani hat u.a. als Mission, die Beziehungen zwischen den Mitgliedern der PH-VS enger zu schnüren. Dieses Organ unter der Führung von Nathalie Nanchen kümmert sich um das kulturelle Leben an der PH-VS im weiten Sinne. Circa 20 Personen hatten vor kurzer Zeit die Chance, die hervorragende trockene Naturzone les Folatères bei Martigny zu entdecken.

folateresDie Zone « les Folatères » befindet sich oberhalb des Rhoneknies, zwischen Martigny und Fully. Christian Keim ist pädagogischer Fachberater an der PH-VS. Seine profunden Kenntnisse in den Naturwissenschaften machen ihn zu einem Gelehrten im Rahmen der Fauna und Flora. Véronique Rausis ist eine Lehrerin, die eine grosse Leidenschaft für die Natur hat. Lionel Saillen ist auch Fachberater an der PH-VS, dies in den Sportwissenschaften und er ist gerade unter den Folatères geboren. Unter der experten Führung dieses Trios war der Besuch dieses Naturwunders Folatères unter dem 2899 hohen Chavalard ein reines olfaktorisches Vergnügen. Dieses Vergnügen wurde dank einem ausgezeichneten Essen weitergeführt, an dem auch PH-VS Direktor Patrice Clivaz und Mathias Oggier, Präsident der Mitarbeitendenvereinigung der PH-VS teilnahmen.

Foto: Die Teilnehmenden an Kultani-Besuch bei den Folatères

Forschungstagung an der PH-VS

St-Maurice (pac) Mai 2017: Der Selbstreflexionsprozess betreffend der eigenen Handlungskapazität ist eine alltägliche Sorge einer Hochschule, vor allem wenn sie eine „lernende Organisation“ ist. In diesem Sinne ist es an der PH-VS ein ständiges Thema zu überprüfen, wie der Lehrkörper die doppelte Erwartung erfüllen kann, einerseits sehr nahe an der Forschung zu sein und parallel den Alltag der pädagogischen Aktivitäten in den Klassen zu praktizieren. Unter der Führung von Fabio Di Giacomo, Danièle Périsset und Edmund Steiner hat der gesamte Lehrkörper vor kurzer Zeit eine interne Weiterbildungstagung erlebt. Innerhalb ihrer Budgetmöglichkeiten wird die Institution mehr denn je gefordert, ihre Unterstützung im Rahmen der persönlichen Weiterentwicklung zu intensivieren. Dies in beide Richtungen: im Einbezug der Forschung wie in der Verstärkung der Praxis auf dem Terrain.

journee recherche smallFabio Di Giacomo führte in die Tagung hinein, in dem er mit einer Analyse von Texten von Philippe Perrenoud ausging, der 1997 bereits Grundprinzipien für die PHs entwickelte, wie z.B. die Zusammenarbeit vor Ort einer Equipe, um eine gemeinsame Vision zu elaborieren.  Die aktuellen Gesetztexte sind das Fundament der PH-Vision, die weder diejenige einer universitären Hochschule noch diejenige einer Fachhochschule ist. Im Bundesgesetz HFKG werden die PHs neben den Fachhochschulen und den universitären Hochschulen namentlich erwähnt. Fabio Di Giacomo drückte die Vision der Direktion aus und machte ein Plädoyer für diesen dritten Weg. Dadrin haben die Leute mit einem Doktortitel ihren Platz, ohne dass dies ein Zwang für alle Mitarbeitenden sein soll. Die Partikularität einer PH ist, dass sie einen konstanten und privilegierten Kontakt mit dem Terrain hat. Im Rahmen einer unentbehrlichen Teamarbeit muss sich die Institution eine Reihe von Kompetenzen konstruieren, in denen die Professoren/Lehrbeauftragten, die Lehrbeauftragten, die Mandatsträger, die Fachberatungs- und die Praxislehrpersonen, sowie der Mittelbau einen ausserordentlichen Platz besetzen. Hier wird jedem und jeder die Möglichkeit geboten, die Resultate seiner Überlegung und Handlung zu publizieren..

Die verschiedenen Wege, um die Kompetenzen zu verstärken
Bei der Moderierung eines sehr interessanten Panels mit 6 Profilen von PH-VS Mitarbeitenden brachte Danièle Périsset die verschiedenen Weiterbildungsmöglichkeiten in ein sehr gutes Licht. Diese Steigerung des persönlichen Potentials ist meistens mit einer starken Unterstützung der Institution verbunden, in Form von Arbeitszeit und/oder durch Übernahme der Ausbildungskosten. Wenn ein Doktorat in einem entfernten Bildungsbereich wie die forensische Wissenschaft eine individuelle Initiative bleibt, wird dagegen eine These in Rahmen der Didaktik der Muttersprache anders behandelt. Neben diesen Möglichkeiten ist ein Weiterbildungsstudiergang (DAS oder ein MAS) im Rahmen der Hochschuldidaktik ein sehr grosser Mehrwert. Mit der Lancierung des Westschweizer Netzes der Didaktiken, in dem die PH-VS Mit-Gründungsmitglied ist, wird die Ausbildungspalette noch grösser. Dazu gibt es auch die Angebote in der Erwachsenenbildung.

Die « Terrainkompetenz » fördern
Indem er in seiner Konklusion die Analyse von Fabio Di Giacomo für die PH-Positionierung zwischen den universitären Hochschulen und den Fachhochschulen voll unterstützte, betonte PH-VS Direktor Patrice Clivaz die sehr treffenden Interventionen von mehreren Dozierenden. Diese postulierten die Intensivierung der Terrainkompetenzen bei den PH-Dozierenden. Oft hat man in dem Profil der Personen, die gerne an der PH-VS unterrichten möchten, eine mehr oder weniger grosse Erfahrung im Sekundarbereich II. Die Kandidaten mit Terrainerfahrung in der Primarschule sind daher seltener. In diesem Spirit der doppelten Kompetenz muss also die PH-VS neue Wege finden, um z.B. Modalitäten zu planen, welche die Ausbildungszeit für eine Person mit Doktortitel in einer Primarklasse vorsehen. Mit gleichem Ziel ist die bevorstehende Lancierung der Master in Fachdidaktik im Rahmen des Welschschweizer Netzes für die Didaktiken eine optimale Möglichkeit für Inhaber eines Primarschul-Bachelors mit einigen Jahren Praxis, mit einem berufsbegleitenden Master noch weiter zu studieren.

Foto: Danielle Périsset moderiert das Panel der « best practices » im Rahmen der Zusatzausbildungen für das PH-VS Personal

Einen Pilot oder eine Lehrperson ausbilden

Die reflexive Praxis des Majors Mauron

St-Maurice (pac) April 2017: Major Nicolas Mauron kommandiert eine Jagdpilotenstaffel der Schweizer Luftwaffe. Die Ausbildung eines Piloten hat Gemeinsamkeiten mit derjenigen einer Lehrperson. Im Rahmen der Open-konferenzen vom Montag an der PH-VS wurde diese Feststellung ersichtlich. Es gibt  Ähnlichkeiten zwischen der Ausbildung der Piloten und derjenigen der Lehrpersonen, besonders im Rahmen des Debriefings respektive der reflexiven Praxis.

mauron 300

Die Konferenz, die der Leiter des DUE (Dienststelle für Unterrichtsentwicklung) Hervé Barras organisiert, widmet sich innovativen Felder. So gehört beispielsweise das Herbeiziehen der Modalitäten für die Ausbildung von Schweizer Armeepiloten für den Vergleich der Ausbildungsmethoden an der PH-VS dazu. Gegenüber einem heterogenen Publikum, bestehend aus verschiedenen Berufsleuten und Studierenden der PH-VS, präsentierte Major Mauron zuerst den langen Weg, den die angehenden Piloten bestreiten müssen, um die hochkomplexe Beherrschung einer millionenschweren Kampfmaschine zu garantieren. Unter dem brutalen Einfluss der Fliehkraft muss der Pilot einen kühlen Kopf behalten, um bei der simultanen Lektüre von verschieden Displays, in Sekundenschnelle die richtigen Entscheide zu treffen.

Der Einsatz von Simulatoren
Die Komplexität der zu realisierenden Arbeiten aber auch die sehr hohen Kosten der Flugstunden haben dazu geführt, die Pilotenausbildung mit der Hilfe von Flugsimulatoren durchzuführen. Soweit sind wir in der Pädagogik zum Glück noch nicht, obwohl die Technologie dies erlauben würde. Denn vorstellbar wäre, ebenfalls für die Lehrerbildung mittels Brillenmaske eine Art « virtuelle Klasse » vor den Augen zu führen. Diese Maske würde alle Reaktionen der angehenden Lehrperson messen. Viele Unterrichtssequenzen werden heutzutage gefilmt. Somit gehen wir schon bereits in diese Richtung. Alles würde „parametrisiert“ werden und alles wäre sehr kühl und mathematisch analysiert. Als ob ein ein Roboter arbeiten würde. Die auf die Konferenz folgende Debatte bewies trotzdem, dass auch in einem so hochtechnisierten Umfeld wie der Luftwaffe, der Mensch im Zentrum bleibt. Der allerbeste Computer kann nicht alles vorsehen, was im Rahmen unterrichtlicher Sequenzen alles passieren kann. 

Das Debriefing als Garantie für’s Überleben
In einem modernen Kampfjet kann alles sehr schnell passieren und eine Fehleinschätzung führt zur Katastrophe. Die Vorbereitung und die gründliche Analyse der Flugübungen haben eine lange Tradition. Kein Flug wird ohne eine lange Vor- und Nachbereitung ausgeführt. Dies alles gehört zum « Debriefing » und ist die Überlebensgarantie in einer solchen mit hoher Spannung ausgeführten Handlung. An der PH-VS nennt man diesen Prozess „reflexive Praxis“. Somit wird Distanz gewonnen. Durch eine ständig kritische Begleitung werden die Verfahren fortlaufend verbessert. 

Foto : Hervé Barras und Nicolas Mauron

4.  internationaler Kongress an der PH-VS  « Eine inklusive Schule für eine gerechtere Gesellschaft »

Das Walliser Integrationsmodell

St-Maurice (pac) April 2017 : Die PH-VS erteilt in St-Maurice und in Brig seit 2005 einen Master in schulischer Heilpädagogik, dies in intensiver Zusammenarbeit mit der PH-VD und der Fernuni. Die Einschreibungen für den fünften Studiengang 2018-2021 dieses Masters werden bald eröffnet. Diese Präsenz im Rahmen der Heilpädagogik hat es der PH-VS erlaubt, sich in einem Netzwerk einzugeben. Somit konnte die PH-VS in St-Maurice dieses 4. internationale Kolloquium mit der Unterstützung des Bundesamtes für Sozialversicherungen organisieren. Mehr als 250 Personen aus der Schweiz, Frankreich, Afrika und Kanada haben debattiert, wie die Schule in ihrer alltäglichen Arbeit, in ihren Strukturen und in ihrer Art, angehende Lehrpersonen auszubilden, handeln kann, um adäquat mit der sozialen Verletzbarkeit und mit der Armut umzugehen. Beide Faktoren hindern oft die unentbehrliche Schulentwicklung, die so wichtig für die Individuen wie auch für die gesamte Gesellschaft ist.


Collo Inclus StM2017 300Das von Lise Gremion der PH-VD, Marie-Paule Matthey und Fabio Di Giacomo der PH-VS geführte Organisationskomitee hat ein Programm vorbereitet, das magistrale Präsentationen und Seminare alternierte. In seiner Einführung legte PH-VS Direktor Patrice Clivaz den Finger auf die feinen Nuancen zwischen den Wörtern « inkludieren » und « integrieren ». Wenn, wie in der Mathematik, ich in einem Ensemble inkludiert bin, heisst es, dass ich „integriert“ bin? Der Direktor der PH-VS präsentierte wie gewöhnlich vor dem fast ausschliesslich welschen Publikum die PH-VS mit ihren beiden linguistischen Gebieten teils auf Deutsch. Damit betonte er, dass die Inklusion zuerst Zeichen der Aufmerksamkeit bedingt, die man gegenüber einer Minderheit machen kann, indem man die Sprache der Minderheit spricht. Aber es ist auch festzustellen, dass wenn man zu viel die Sprache der Minderheit spricht, dann wird die Person die sich integrieren möchte in ihrer Motivation gebremst, weil sie sich eben mit der dominanten Ortsprache konfrontieren soll. Jean-Philippe Lonfat, Dienstchef für Unterrichtswesen, ergänzte die Einführungsworte, indem er die sehr wichtige Arbeit erwähnte, die der Kanton Wallis seit langer Zeit für die Integration ausübt, dies unter den Fittichen von Führungspersonen wie Guy Dayer oder Michel Délitroz, die eine sehr gute Verbindung mit dem Terrain haben.

Raus aus einem Klassenschicksal durch den Weg der Schule
Pierre Périer von der Universität Rennes in Frankreich eröffnete die wissenschaftliche Überlegung mit seiner Konferenz. Er sprach von der Situation eines Periphäriequartieres in Frankreich. Selten muss er eben über Schulen in den besten Quartieren reden. Die Schulfrage ist eine eminent soziale Frage und die Verbindungen zwischen den Gesellschaften und ihren Schulen führt oft zu einem Diskurs über die Ungleichheiten. Er stellte fest, dass der Dialog zwischen Eltern und Lehrpersonen eher ungünstigen Kode hat. Anscheinend einfache Elemente wie die Fixierung einer Verabredung oder die Beherrschung einer gewissen Argumentationslinie können Eltern destabilisieren. Eine seiner Schlüsse ging in Richtung einer anderen Definition der Spielregeln, die oft nur durch die Schule definiert werden.

Vermeiden, dass die Schule die Ungleichheiten noch verstärkt
Mehrere Dozierende aus der PH-VS führten verschiedene Ateliers, darunter Philippe Gay, Isabelle Bétrisey, Pierre Vianin, Jean-Marie Lavanchy, Hans Aschilier und Corina Bumann. Beispielsweise analysierte Frau Bumann die gesetzgeberischen Texte. Sie ging von den europäischen Texten aus, die klar von der Inklusion reden. Wenn man in die Hierarchie der Texte nach unten geht, verschwindet progressiv dieses Wort. Michele Poletti aus der PH-VD präsentierte eine Studie über die ausserschulischen Aktivitäten der Kinder, dies in verschiedenen Quartierschulen des Wallis. Ein Quartier ist eher bürgerlich, das andere eher populär. Im bürgerlichen Quartier haben die Kinder viel mehr ausserschulische Aktivitäten, die mit einer messbaren Leistung enden. Im anderen Quartier nehmen entweder die Kinder an keinen Aktivitäten teil, oder diese sind eher spielerischer Art.  Die Schule ist also aufgefordert, diese wissenschaftlichen Realitäten miteinzubeziehen.

Der Fall der Privatschulen in Canada
Catherine Dumoulin aus der Universität Quebec im Canada demonstrierte, wie der Trend Richtung Privatschulen in ihrem Lande die Ungleichheiten noch verstärkt hat. Serge Ramel aus der PH-VD stellte in der Schlusskonferenz fest, dass die ausländlichen Männer in den Heilpädagogischen Klassen sehr übervertreten sind und Erich Plaisance aus der Universität von Paris ortete eine neue Problematik mit der steigenden Medikalisierung der Fälle.

Eine grössere Unterstützung für die verletzlichen Schüler
Diese beiden Kolloquiumstage haben eindeutig gezeigt, dass die PH-VS ganz im Kontext einer globalen wissenschaftlichen Überlegung integriert ist, die in manchen Momenten relativ hart auf die der heutigen finanziellen und politischen Realität prallt. In diesem Kontext, zwischen Inklusion, Integration und manchmal mit der unentbehrlichen „Trennung“, gilt es auch, das Glück der jungen Person, die in der Regelklasse oder in speziellen Klassen lernen, nicht aus dem Auge zu verlieren, ebenso wie das notwendige Fortschreiten der Klasse als Gruppe, die der guten Fürsorge der Lehrperson anvertraut wird.

Foto: Von l. nach r. Jean-Philippe Lonfat, Chef der Dienststelle für Unterrichtswesen, Pierre Périer, Professor an der Universität von Rennes, Catherine Dumoulin, Professorin an der Universität von Quévec, Chicoutimi, Fabio Di Giacomo, Vize-Direktor der PH-VS, Nathalie Bélanger, Professorin an der Universität von Ottawa imu Canada, Lise Gremion, Verantwortliche für die Heilpädagogik an der PH-VD, Talita Peterson, Vertreterin der Bundesamtes für die Sozialversicherungen, Patrice Clivaz, Direktor der PH-VS.

Fotogalerie: 4. internationaler Kongress an der PH-VS «Eine inklusive Schule für eine gerechtere Gesellschaft»