Ereignisse 2019

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An der PH-VS ist immer was los

Rigitagung «Medien und Informatik»
Die PH Wallis als Gastgeberin für die regionale Tagung 2021

Zentralschweiz (dze) Juni 2019: Mit dem Modulfach «Medien und Informatik» ist in der deutschsprachigen Schweiz ein neues Schulfach geschaffen worden, das jetzt eine entsprechende Fachdidaktik benötigt. An einer zweitägigen Klausur auf der Rigi mit 50 Fachpersonen aus allen Deutschschweizer PHs ist man Fragen nachgegangen wie «Wie sieht eine solche Fachdidaktik aus?» oder «Was ist zu tun?». Parallel wurden auch die Weichen für die nationale Tagung 2020 und die regionale Tagung 2021 gestellt.

rigiMit dabei seitens PH Wallis waren Peter Summermatter (Direktionsadjunkt) und Dario Zenhäusern (Dozent für Medien und Informatik).  Patrice Clivaz und Peter Summermatter waren auch in Goldau einige Tage früher präsent, wo die beiden nationalen und regionalen Tagungen zur Thematik «Digitalisierung» vorbereitet wurden. Am Donnerstag, 18. Juni 2021, findet die nationale Tagung und symbolisch ein Jahr danach, am Mittwoch, 16. Juni 2022, findet die regionale Tagung für die Westschweiz an der PH Wallis, Standort St-Maurice, statt. Das Thema «Medien und Informatik» der Rigitagung bleibt also auch in den kommenden Jahren hochaktuell.

Foto: Die Teilnehmenden an der Rigitagung, darunter Peter Summermatter und Dario Zenhäusern von der PH-VS.

Wechsel in der Schweizerischen Gesellschaft für Bildungsforschung
Die PH Wallis ist gut vertreten

Basel (pac) Juni 2019: Die Schweizerische Gesellschaft für Bildungsforschung (SGBF) hat ihre Mitgliederversammlung am 27. Juni abgehalten. Dabei gab es einige personelle Mutationen. Die PH-VS bleibt stark präsent. Danièle Périsset wurde durch Zoe Moody als Chefredakteurin der Schweizerischen Zeitschrift für Bildungswissenschaften (SZBW) und Mitglied des SZBW-Rates ersetzt, dessen Vizepräsident Bernard Wentzel geworden ist.

ssreNach 9 Jahren als französischsprachige Redakteurin für die Schweizerische Zeitschrift für Bildungswissenschaften (SZBW) hat Danièle Périsset ihr Amt niedergelegt, bleibt aber für einige Zeit Mitglied der Redaktion. Für die Qualität ihres Engagements und die geleistete Arbeit wurde ein grosser Dank ausgesprochen. Die Generalversammlung der SGBF bestätigte Zoé Moody als ihre Nachfolgerin als verantwortliche französischsprachige Redakteurin. Bernard Wentzel wurde einstimmig für die nächsten 2 Jahre zum Vizepräsidenten der SGBF gewähl.

Foto: Isabelle Milli gratuliert Danièle Périsset.

Runder Tisch für Qualität 
Ständige Anpassung der Bildungsprodukte

St-Maurice (pac) Jun1 2019: Der Runde Tisch ist Teil der Traditionen des Qualitätssystems der PH-VS. Die Ausgabe 2019 ermöglichte es einer Delegation von etwa zehn Studenten aus allen Bereichen, ihre Erwartungen und Bedürfnisse in Bezug auf das Qualitätssicherungssystem der PH-VS zu teilen. Einige Punkte aus der im Frühjahr von der HES SO Wallis durchgeführten global sehr favorablen Zufriedenheitsanalyse fokussierten die Diskussionen.

qualite-1 bandeauVertreter von den Studierenden, Dozierenden, der Direktion und der Qualitätsgruppe trafen sich, um den üblichen gekreuzten und systemischen Blick auf die Entwicklung des Qualitätssystems der PH-VS zu werfen. Fabio Di Giacomo, Direktionsadjunkt und Christoph Salzmann, Leiter der Stabstelle Qualität führten die Gespräche. Da sich die Direktion, die Bereichleiter und die Mitglieder der Qualitätsgruppe im Frühjahrssemester mit den Studierenden der Primär- und Sekundärausbildungen trafen, wurden auch die wichtigsten Elemente diskutiert. Die Verfeinerung der Prozeduren, die die individuelle Qualitätsumfragen, die jeder Dozierende machen solo, ebenso wie die sektoriellen Analysen durch Evaysy gehörten zu den behandelten Themen.

Befragung bei 3500 «Kunden»
Von den mehr als 3500 gesendeten Fragebögen ist die Rücklaufquote ausreichend, um repräsentative Ergebnisse zu erzielen. Die PH-VS hat in vielen Bereichen positive Reaktionen erhalten. Die Umfrage lieferte auch wertvolle Erkenntnisse über Verbesserungsmaßnahmen, die nun in der erweiterten Direktion behandelt werden.  Das grundlegende Streben nach direkt anwendbaren Bildungsprodukten ist nach wie vor sehr präsent. Eine detailliertere Analyse der verschiedenen antwortenden Gruppen, von jungen PH-VS-Studierenden bis hin zu erfahrenen Lehrpersonen seit Jahrzenten wird ermöglichen, das richtige Niveau des vorgeschlagenen Kurse noch besser zu justieren.

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Fotos: Der runde Tische der Qualität, Studierende, Direktion und Dozierenden analysieren das System. 

Der Leitfaden des Autostoppers für multimediale Lerninhalte 
Konferenzdebatte an der PH-VS

St-Maurice (pac) Juni 2019: Junge Menschen lernen gerne durch Videos. Auch die Hochschulen haben den digitalen Wandel vollzogen. Die Ausbildungen für die Mittelschulen an der PH-VS werden daher stark von der hybriden Ausbildung geprägt. Der Bereich Lehr- und Lernunterstützung (SEA) der PH-VS nutzte diese Gelegenheit, um mit Jean-François Van de Poël, der die digitale und multimediale Abteilung an der Universität Lausanne koordiniert, Bilanz zu ziehen.

Van de_PoelMOOCs (Massive Open Online Courses) und ihre rasante Entwicklung haben die Verbreitung von Wissen beschleunigt. Die Nutzer werden in MOOCs-Angeboten entsprechend ihren Bedürfnissen abgeholt. Immer mehr Bildungsinstitutionen nutzen MOOCs in ihrer Grundausbildung und stellen ein starkes Interesse der Lernenden an dieser Lehrmethode fest, die mit einem guten didaktischen Szenario eine Steigerung der Erfolgsquote ermöglicht. Blended Learning strukturiert neu das Unterrichten, sowohl im Klassenzimmer als auch ausserhalb, mit neuen Zeitplänen und neuen sozialen Arbeitsformen. Ziel ist es, die Ausbildung effektiver, attraktiver und praktischer zu gestalten und Innovationen für die Ausbildnerinnen und Ausbildner zu ermöglichen. Der invertierte Unterricht (flipped classroom) schlägt vor, die Inhalte vor dem eigentlichen Kurs zu erlernen.

Eigene Videos produzieren?
Diese drei Versionen des technologiegestützten Lehrens und Lernens, MOOCS, Blended Learning und invertierter Unterricht, basieren in der Hochschulbildung auf der Nutzung von Multimedia. Während in einer ersten Phase das Sammeln von bestehenden Medienproduktionen und deren Wiederverwendung eine optimale Lösung darstellt, kann sich in einer zweiten Phase die Produktion eigener Materialien als notwendig erweisen. Es ist unerlässlich, den Ablage- und Nutzungsort dieser Medien zu hinterfragen. Dafür bieten sich Lehr-/Lernplattformen oder institutionelle Medienserver an. Jean-François Van de Poël schlägt einen pragmatischen Ansatz vor, der die Entwicklung der Fähigkeiten der Lehrpersonen unterstützt und die Produktion von Multimedia ermöglicht. Er verwendet ein vierstufiges Raster für Lehrende, Beratende, Direktionen und die Frist. Dieses Raster ermöglicht die Bewertung der Relevanz einer bestimmten Videoproduktion. Van de Poël stellt eine Typologie aus fünfzehn möglichen Organisationen dar.

Diese Konferenz stärkt die PH-VS bei ihren Entscheidungen zur hybriden Bildung. Sie hilft auch, die Lehrpersonen zu beruhigen, denn bei der Nutzung von Multimedia in der hybriden Ausbildung besteht die prioritäre Aufgabe nicht darin, eigene Videos zu produzieren, sondern die vorhandenen zu nutzen und dann erst in einem zweiten Schritt, begleitet, die eigene Produktion in Angriff zu nehmen.

Foto : Hervé Barras, Organisator der Konferenz und François Van de Poël.

 

Die PH-VS steigt in die Pedale
Poesie und Landart auf Mountainbikes

St-Maurice (pac) Juni 2019: Initiiert durch die Sportdozierenden Nathalie Nanchen und Lionel Saillen fuhren die Erstsemester des Bachelor-Studiengangs auf zwei Rädern durch den Wald Bois noir. Die Organisation einer Fahhradtour, kumuliert mit Gedichtkursen, einer Sequenz positiver Pädagogik mit Nicolas Bressoud und Landart im Herzen der Natur, war ein grosser Erfolg.

veloKaum gestartet, springt bereits eine Kette aus dem Schaltwerk. Jede Lehrperson kennt die unvermeidlichen technischen Missgeschicke, die dazu führen, dass bei derartigen Vorhaben nicht nur das Fahrrad geländetauglich sein muss, sondern auch die Lehrperson. Bei  sollte sprang sogar der PH-VS Direktor Patrice Clivaz selbst auf seinem Fahrrad ein, um eine Equipe durch den Wald zu führen. Nathalie Nanchen und Lionel Nanchen wagten es. Sie konnten ihre Kolleginnen und Kollegen mit einer Vielzahl von Bildungsaktivitäten motivieren, sich der sportlichen Aktivität anzuschliessen. Die Studierenden konnten den Bois Noir bis nach Evionnaz entdecken. Unterwegs versuchten sie sich bei Landart mit Annelise Locher und beim Kartenlesen. Mit dem Théâtre du Dé konnten sie ihre kulturellen Kompetenzen verfeinern und mit Francine Fallenbacher-Clavien das poetische Schreiben in der Natur.

Foto: Direktor Patrice Clivaz und Lionel Saillen, Professor, mit anderen PH-VS Radfahrern.

Frauenstreik an der PH-VS
Zuviel vom Rosa?

St-Maurice (pac) Juni 2019: In Absprache mit der Direktion organisierte ein Ad-hoc-Ausschuss in der Woche vor dem Frauenstreik am 14. Juni eine Reihe von Sensibilisierungsmassnahmen. Ein der Fachliteratur zu diesem Thema gewidmeter Stand ermöglichte es so, Werke wie "Zuviel vom Rosa" zu entdecken.

greve des_femmesIn einer Institution, die seit jeher von der vollen Lohngleichheit zwischen Männern und Frauen geprägt ist, aber über eine sehr grosse weibliche Mehrheit an Studierenden verfügt, hat die Diskussion über die Gleichstellung eine besondere Dimension. Die Schule als Ganzes, die Unterrichtsmaterialien und die Lehrpersonen spielen eine entscheidende Rolle bei der Förderung einer Kultur der Gleichstellung. Die verschiedenen Aktivitäten, die an der PH-VS umgesetzt wurden, haben es ermöglicht, dazu beizutragen.

Foto: Studentinnen, Dozentinnen und Dozenten, versammelt um Spezialliteratur zur Thematik Gleichstellung.

«Mittwoch.Forum» zum Projekt Wallis2030
Wertvolle Projekterfahrungen gesammelt

Brig (dhi) Mai 2019: Nach dem Erfolg des ersten Mittwoch.Forums im März fand nun die Nachfolgeveranstaltung statt. Die Lernplattform Wallis2030 wurde von Mitarbeitenden der PH Wallis in Zusammenarbeit mit Lehrpersonen aus dem Oberwallis entwickelt. Peter Summermatter, Andrea Boltshauser und David Hischier sprachen über die Projekterfahrungen und den Inhalt des digitalen Lehrmittels.

Wallis2030Peter Summermatter erklärte in seinen einführenden Worten wie das Projekt zustandekam und wie die Involvierten organisiert waren. Er strich heraus, dass die klar definierte Struktur mit einer Begleit- und Arbeitsgruppe sowie einem Projektleiter als Relais eine Gelingensbedingung darstellte. So konnten auf einer Seite Rahmenbedingungen geklärt und geschaffen und auf der anderen Seite inhaltich gearbeitet werden. Der Direktionsadjunkt betonte zudem, dass die Realisierung wohl nur möglich war durch eine breite Abstützung beim Departement. Dies vereinfachte die Sponsorensuche und gab dem Projekt das nötige Gewicht und die breite Akzeptanz innerhalb des Kantons. Auch wenn eine Vielzahl von Akteurinnen und Akteuren mit teils unterschiedlichen Vorstellungen in der Konzeption und Entwicklung der Lernplattform involviert war, plädiert der Verantwortliche seitens PH dafür, dass bei künftigen Projekten gleiche oder ähnliche Strukturen und Prozessabläufe notwendig sind.

Ein Lehrmittel mit theoretischer Fundierung
Die Fachdidaktikerin und Leiterin der Arbeitsgruppe Andrea Boltshauser informierte in ihrem Input über die Projektetappen, den theoretischen Hintergrund des Lehrmittels und die methodische Ausrichtung des Projekts. Auch wenn die Fertigstellung des Unterrichtsmaterials gemäss Planung im Mai realisiert werden konnte, war der Zeitplan aus Sicht der Dozentin etwas knapp bemessen. Insbesondere die technischen Aspekte erwiesen sich als aufwändig. In diesem Zusammenhang sprach die Dozentin von einem Projekt im Projekt, da innert kürzester Zeit Lösungen betreffend die Rechtevergabe, die Erstellung und Handhabung von digitalen Inhalten und die Implementierung in den Schulzentren geklärt werden mussten. Entsprechende technische Schwierigkeiten bei der Erprobungsphase durch die Testklassen konnten jedoch bald behoben werden und zeigten insbesondere eine Gelingensbedingung im Projekt auf: Die enge Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Praxis. Dieser methodische Ansatz der entwicklungsorientierten Bildungsforschung sieht einen wechselseitigen Prozess im Aufbau des Lehrmittels vor. So gaben die Verantwortlichen der PH-VS auf Basis des Didaktischen Konzepts einer Bildung für Nachhaltige Entwicklung den Rahmen für die Unterrichtsinhalte vor. Die Lehrpersonen der Arbeitsgruppe füllten diesen mit Unterrichtsideen. Im Anschluss arbeiteten die Mitarbeitenden der PH-VS die Inhalte theoretisch fundiert aus, welche wiederum von den Praktikerinnen und Praktikern diskutiert und getestet wurden. Diese Rückmeldungen flossen in die Optimierung des Unterrichtsmaterials ein. 

Eine Dienstleistung der PH-VS mit Vorbildcharakter
Der letzte Referent David Hischier, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Projekt, ging nochmals vertieft auf die technischen Aspekte sowie die Inhalte des Lehrmittels ein. Nach der inhaltlichen Präsentation kam der Dozent zum Schluss, dass sich die Zusammenarbeit mit anderen Mitarbeitenden wie der Pädagogischen Fachberatung ICT und NMG/GG/NT sowie dem Fachdidaktiker ICT als besonders gewinnbringend herausstellte. Diese Synergien innerhalb der PH-VS gilt es bei künftigen Projekten noch vermehrt zu nutzen. Auch wenn die Lernplattform und insbesondere die Arbeit der PH-VS-Verantwortlichen von verschiedenster Seite gelobt wurde und wird, betonte David Hischier, dass die Lernplattform auch bei einer bereits hohen Qualität immer noch ausgebaut werden könnte und im Sinne der entwicklungsorientierten Bildungsforschung eine weitere Befragung der Lehrpersonen nach der Einführung im Herbst sicherlich sinnvoll wäre.

Foto:  Peter Summermatter, Direktionsadjunkt, diskutiert mit Edmund Steiner, Organisator des Mittwoch.Forums.

Genferseechöre
Frankreich, der Kanton Waadt, das Wallis und die PH-VS in La Fouly

Monthey (pac) Mai 2019: Alle 5 Jahre findet die traditionelle Veranstaltung der Genferseechöre im Wallis statt. Über die Staatrsgrenze hinweg, vereint durch eine gemeinsame Sprache, singen die Kinder gemeinsam und entdecken einen Teil unseres Kantons. Val Ferret, La Fouly und das Theater du Martolet in St-Maurice waren die von Jean-Maurice Delasoie vorbereiteten Etappen.

chorale lemaniqueDie Vouvry-Klasse von Martine Barlatey und Tania Giannone nahm an der Ausgabe 2019 teil, an der 115 Schülerinnen und Schüler aus der gesamten Genferseeregion, von Chaneins im Ain bis Bex im Kanton Waadt, involviert waren. Auf dem Programm stand natürlich ein guter Gesangsteil mit der Entdeckung eines vielfältigen Repertoires. Die Organisatoren haben es sich zur Aufgabe gemacht, auf Eltern und Grosseltern zuzugehen, indem sie ein Repertoire von den 1950er Jahren bis heute anboten. So entstand eine Vielfalt an Liedern, die die Älteren den Kindern beibringen konnten, was eine interessante intergenerationelle musikalische Harmonie schaffte. Jedes Lied hatte einen bekannten Tanzbezug. Eine mutige Herausforderung, aber eine, die es den Klassen ermöglichte, ihre Phantasie mittels Bewegungen auszuleben und zu entwickeln. Dies veranschaulicht auch der Name der Veranstaltung: AU P'TIT BAL und die Galaproduktion im Théâtre du Martolet. Fabio Di Giacomo vertrat die PH-VS-Direktion. Er war beeindruckt von dem stimmlichen Elan der Sänger und der grossartigen Arbeit aller Lehrpersonen, die die Kinder begleiteten. Aber das Wallis macht nicht in Le Chablais Halt. Anhand des von Lionel Saillen in La Fouly zusammengesetzten Sportprogramms erfuhren dies die Schülerinnen und Schüler in der direkten Erfahrung. Sie beobachteten auf der Exkursion wie das Wasser aus dem See auf dem Mont Dolent zuerst eiskalt ist, bevor es mehr oder weniger langsam in die Rhone fliesst.

Auf dieses reichhaltige Treffen folgt ein pädagogisches Dossier für Lehrpersonen der verschiedenen Institutionen.

Foto : Jean-Maurice Delasoie, Dozent und Pädagogischer Fachberater an der PH-VS und Tanja Giaconne, Lehrerin in Vouvry, auf der Aschenbahn in La Fouly.

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Die PH-VS engagiert sich für das kulturelle Erbe 
Die Via Francigena auf dem richtigen Weg

Orsières (pac) Mai 2019: Grundkenntnisse, wie z.B. die Fähigkeit laut zu lesen oder zu sprechen und sich verständlich auszudrücken, sind zentral. Wenn diese Kenntnisse mit detailliertem Wissen der Geschichte des Wohnortes sowie der Vermittlung von Traditionen kombiniert werden, ist ein Lernerfolg garantiert. Dies ist der Fall mit dem Projekt "Kulturerbe, Klassen in Aktion", welches das Institut für Tourismus der HES-SO und die PH-VS in Orsières und Evolène unterstützten.

patrimoineIn Zusammenarbeit mit den Gemeinden Orsières und Evolène haben die beiden Hochschulinstitutionen und betroffenen Schulen etwa hundert Kindern und Jugendlichen aus den beiden Dörfern ermöglicht, in die lokale Geschichte einzutauchen und dann zu erfahrenen Führern zu werden, die ihre Ältesten mit dem Erbe der Region vertraut machen. Während auf der Seite des Val d'Hérens Kostüme und die Alpauf und -abzüge dokumentiert und erklärt wurden, wurden im Val d’Entremont die Via Francigena und die Geschichte der Pfarrkirche in den Vordergrund gestellt. Dieser Beitrag der HES-SO und der PH-VS ermöglicht es lokalen Tourismusverantwortlichen, bestimmte Produkte als Visitenkarte zu nutzen.

Via Francigena, das Herz Europas schlägt am Grossen St. Bernhard
Samuel Fierz, Professor an der PH-VS, leistete die wissenschaftliche und pädagogische Unterstützung, die es den Lehrpersonen ermöglichte, Schülerinnen und Schüler zu motivieren und zu betreuen. In seiner offiziellen Rede betonte Joachim Rausis, Präsident von Orsières, das doppelte Interesse der Gemeinde: Einerseits bauen die Kinder gute historische Kenntnisse über ihren Wohnort auf, andererseits positioniert sich die Berggemeinde als zentraler Durchgangsort dieses einzigartigen Weges, der seit über tausend Jahren England mit Rom verbindet und von Millionen Menschen durchquert wurde, seien dies Pilger, römische Legionen oder Napoleon. Für Patrice Clivaz, Direktor der PH-VS, ist der Besuch in Orsières an diesem für die Bevölkerung offenen sonntäglichen Anlass eine unvergessliche und sehr prägende Erfahrung für junge Schülerinnen und Schüler, die als Gruppenleiter in der Kirche oder in den Straßen des Dorfes ihre Kompetenzen im Sprechen oder Lesen erweitern konnten.

Foto: Die Kinder von Orsières, angekleidet wie moderne Spaziergänger und als Pilger vom Mittelalter, begleitet von der Direktorin der Primarklassen, Véronique Laterza.

 

Neue Lernplattform für eine Generation «Tourismus» 
Das Projekt Wallis2030 an der PH-VS der Öffentlichkeit präsentiert

Brig (dhi) Mai 2019: Der Tourismus ist in vielen Walliser Gemeinden omnipräsent und ein bedeutender Faktor für Wirtschaft und Gesellschaft. Um die Kinder für diesen Bereich sowie die Landwirtschaft, die Industrie und das Gewerbe im Kanton zu sensibilisieren, entwickelte die PH Wallis in Kooperation mit verschiedenen Partnern ein digitales Lehrmittel für die obligatorische Schulzeit, dies auf der Basis eines Mandates, das in grossem Teil die Folge einer Initiative des Grossrates und des stellvertrenden Schuldirektors Konstantin Bumann ist.

DSC01834Die Inhalte der Lernplattform Wallis2030.ch haben Bezug zum Lehrplan21 und sind im Zeichen der Agenda 2030 für Nachhaltigkeit nach dem didaktischen Konzept Bildung für eine Nachhaltige Entwicklung (BNE) ausgerichtet. Damit die Auseinandersetzung mit den komplexen Inhalten für die Schülerinnen und Schüler authentisch und nachvollziehbar ist, kann in den Modulen mit Hilfe des Unterrichtsmaterials immer ein lokaler Bezug hergestellt werden. Dazu werden direkte Beobachtungen oder Begegnungen vor Ort vorgeschlagen sowie digitale Unterrichtsmaterialien zur Verfügung gestellt, die auf die eigene Gemeinde adaptierbar sind. Die 5 Module werden aufbauend von der 3H bis zur 10/11OS jeweils während drei Schulwochen bearbeitet. Im Sinne der Nachhaltigen Entwicklung sollen die Schülerinnen und Schüler nicht nur ihre Region kennenlernen, sondern auch Wechselwirkungen erkennen und Zukunftsvisionen gestalten.

Ein Projekt von Lehrpersonen für Lehrpersonen
Initiiert durch Schulleitungen und Lehrpersonen aus mehreren Oberwalliser Gemeinden, konnte mithilfe der Pädagogischen Hochschule Wallis und diversen Partnern die Vision eines kantonalen Lehrmittels realisiert werden. Die Verbindung des Praxisfelds mit der erziehungswissenschaftlichen und fachdidaktischen Expertise der PH erwies sich dabei als überaus gewinnbringend. So konnten bei der Entwicklung stetig Erfahrungen auf dem Terrain aufgenommen und in die Konzeption der Lernplattform eingearbeitet werden. Durch den Rückhalt nicht nur von der Basis, sondern auch vom Staatsrat Christophe Darbellay und der Dienststelle für Unterrichtswesen, steht der Ausweitung des Projekts auf das Unterwallis und einer möglichst raschen Einführung des Lehrmittels in den französischsprachigen Klassen nichts im Weg. Damian Constantin vom Projektpartner Valais/Wallis Promotion zeigte sich erfreut, dass durch die Arbeit der PH-VS Tourismusberufe für die nächste Generation attraktiver werden könnten.

Foto: von l. nach r. Konstantin Bumann, Projektleiter, Christophe Darbellay, Chef des Departements für Volkswirtschaft und Bildung, Marcel Blumenthal, Adjunkt und stellvertretender Dienstchef der Dienststelle für Unterrichtswesen,  Peter Summermatter, Direktionsadjunkt der PH-VS.