Ereignisse 2017

Von Laurent Emery zu Carine Tripet Lièvre

St-Maurice (pac) Mai 2017: Seit bald 10 Jahren hat sich die interkantonale Ausbildung PIRACEF gut etabliert. Vom Anfang an hat die PH-VS, besonders durch das Wirken von Laurent Emery, ein grosses Interesse für diese pädagogische Zusatzausbildung gezeigt, die die spezialisierten Handarbeits- und Hauswirtschaftlehrperson ausbildet. Mit Carine Tripet Lièvre kann die PH-VS die Kontinuität gut garantieren.

piracef 9 smallDie drei PHs Wallis, Waadt und BEJUNE haben seit langer Zeit ihre Kräfte gebündelt, um diese 40 ECTS Ausbildung auf die Beine zu stellen. Berufsbegleitend bilden sich die Studierenden drei Jahre lang jeden Mittwoch aus. Die Regularität der Kohorten erlaubt, die Qualität kontinuierlich zu erhöhen und die für den Kanton Wallis geltende Begrenzung von 10 Personen je Studiengang garantiert eine gute Marktdeckung. Der Studiengang 2017-2020 hat eben begonnen, dies mit einer Kickoff Sitzung unter dem Präsidium von Patrice Clivaz, Direktor der PH-VS.

30 ECTS für Zusatzleistungen
Eine der Partikularität von PIRACEF ist, dass sie sich ganz in den Grundprinzipien der Kollaboration in der Westschweiz situiert. Der gesamte geographische Raum muss gedeckt werden. Die Studierenden pendeln also zwischen Le Landeron im Kanton Neuenburg bis St-Maurice im Kanton Wallis. Einigen Studierenden fehlt am Anfang die geeignete Lehrkompetenz. Darum organisiert die PH-VS Ergänzungskurse im Umfang von 30 ECTS, welche minimale pädagogische Kenntnisse vermittelt, ohne dass diese Kredite eine allgemeine gleichwertige Lehrerausbildung garantieren. Carine Tripet Lièvre ist an der PH-VS die Spezialistin dieser Zusatzleistungen. Von nun an wird sie auch die PH-VS im Leitungskomitee von PIRACEF vertreten.

Foto: Les Valaisans de la volée 2017-2020 entourent Laurent Emery, pilier des 9 premières années de PIRACEF.

Martinach (pac) Mai 2017: Kultani hat u.a. als Mission, die Beziehungen zwischen den Mitgliedern der PH-VS enger zu schnüren. Dieses Organ unter der Führung von Nathalie Nanchen kümmert sich um das kulturelle Leben an der PH-VS im weiten Sinne. Circa 20 Personen hatten vor kurzer Zeit die Chance, die hervorragende trockene Naturzone les Folatères bei Martigny zu entdecken.

folateresDie Zone « les Folatères » befindet sich oberhalb des Rhoneknies, zwischen Martigny und Fully. Christian Keim ist pädagogischer Fachberater an der PH-VS. Seine profunden Kenntnisse in den Naturwissenschaften machen ihn zu einem Gelehrten im Rahmen der Fauna und Flora. Véronique Rausis ist eine Lehrerin, die eine grosse Leidenschaft für die Natur hat. Lionel Saillen ist auch Fachberater an der PH-VS, dies in den Sportwissenschaften und er ist gerade unter den Folatères geboren. Unter der experten Führung dieses Trios war der Besuch dieses Naturwunders Folatères unter dem 2899 hohen Chavalard ein reines olfaktorisches Vergnügen. Dieses Vergnügen wurde dank einem ausgezeichneten Essen weitergeführt, an dem auch PH-VS Direktor Patrice Clivaz und Mathias Oggier, Präsident der Mitarbeitendenvereinigung der PH-VS teilnahmen.

Foto: Die Teilnehmenden an Kultani-Besuch bei den Folatères

Forschungstagung an der PH-VS

St-Maurice (pac) Mai 2017: Der Selbstreflexionsprozess betreffend der eigenen Handlungskapazität ist eine alltägliche Sorge einer Hochschule, vor allem wenn sie eine „lernende Organisation“ ist. In diesem Sinne ist es an der PH-VS ein ständiges Thema zu überprüfen, wie der Lehrkörper die doppelte Erwartung erfüllen kann, einerseits sehr nahe an der Forschung zu sein und parallel den Alltag der pädagogischen Aktivitäten in den Klassen zu praktizieren. Unter der Führung von Fabio Di Giacomo, Danièle Périsset und Edmund Steiner hat der gesamte Lehrkörper vor kurzer Zeit eine interne Weiterbildungstagung erlebt. Innerhalb ihrer Budgetmöglichkeiten wird die Institution mehr denn je gefordert, ihre Unterstützung im Rahmen der persönlichen Weiterentwicklung zu intensivieren. Dies in beide Richtungen: im Einbezug der Forschung wie in der Verstärkung der Praxis auf dem Terrain.

journee recherche smallFabio Di Giacomo führte in die Tagung hinein, in dem er mit einer Analyse von Texten von Philippe Perrenoud ausging, der 1997 bereits Grundprinzipien für die PHs entwickelte, wie z.B. die Zusammenarbeit vor Ort einer Equipe, um eine gemeinsame Vision zu elaborieren.  Die aktuellen Gesetztexte sind das Fundament der PH-Vision, die weder diejenige einer universitären Hochschule noch diejenige einer Fachhochschule ist. Im Bundesgesetz HFKG werden die PHs neben den Fachhochschulen und den universitären Hochschulen namentlich erwähnt. Fabio Di Giacomo drückte die Vision der Direktion aus und machte ein Plädoyer für diesen dritten Weg. Dadrin haben die Leute mit einem Doktortitel ihren Platz, ohne dass dies ein Zwang für alle Mitarbeitenden sein soll. Die Partikularität einer PH ist, dass sie einen konstanten und privilegierten Kontakt mit dem Terrain hat. Im Rahmen einer unentbehrlichen Teamarbeit muss sich die Institution eine Reihe von Kompetenzen konstruieren, in denen die Professoren/Lehrbeauftragten, die Lehrbeauftragten, die Mandatsträger, die Fachberatungs- und die Praxislehrpersonen, sowie der Mittelbau einen ausserordentlichen Platz besetzen. Hier wird jedem und jeder die Möglichkeit geboten, die Resultate seiner Überlegung und Handlung zu publizieren..

Die verschiedenen Wege, um die Kompetenzen zu verstärken
Bei der Moderierung eines sehr interessanten Panels mit 6 Profilen von PH-VS Mitarbeitenden brachte Danièle Périsset die verschiedenen Weiterbildungsmöglichkeiten in ein sehr gutes Licht. Diese Steigerung des persönlichen Potentials ist meistens mit einer starken Unterstützung der Institution verbunden, in Form von Arbeitszeit und/oder durch Übernahme der Ausbildungskosten. Wenn ein Doktorat in einem entfernten Bildungsbereich wie die forensische Wissenschaft eine individuelle Initiative bleibt, wird dagegen eine These in Rahmen der Didaktik der Muttersprache anders behandelt. Neben diesen Möglichkeiten ist ein Weiterbildungsstudiergang (DAS oder ein MAS) im Rahmen der Hochschuldidaktik ein sehr grosser Mehrwert. Mit der Lancierung des Westschweizer Netzes der Didaktiken, in dem die PH-VS Mit-Gründungsmitglied ist, wird die Ausbildungspalette noch grösser. Dazu gibt es auch die Angebote in der Erwachsenenbildung.

Die « Terrainkompetenz » fördern
Indem er in seiner Konklusion die Analyse von Fabio Di Giacomo für die PH-Positionierung zwischen den universitären Hochschulen und den Fachhochschulen voll unterstützte, betonte PH-VS Direktor Patrice Clivaz die sehr treffenden Interventionen von mehreren Dozierenden. Diese postulierten die Intensivierung der Terrainkompetenzen bei den PH-Dozierenden. Oft hat man in dem Profil der Personen, die gerne an der PH-VS unterrichten möchten, eine mehr oder weniger grosse Erfahrung im Sekundarbereich II. Die Kandidaten mit Terrainerfahrung in der Primarschule sind daher seltener. In diesem Spirit der doppelten Kompetenz muss also die PH-VS neue Wege finden, um z.B. Modalitäten zu planen, welche die Ausbildungszeit für eine Person mit Doktortitel in einer Primarklasse vorsehen. Mit gleichem Ziel ist die bevorstehende Lancierung der Master in Fachdidaktik im Rahmen des Welschschweizer Netzes für die Didaktiken eine optimale Möglichkeit für Inhaber eines Primarschul-Bachelors mit einigen Jahren Praxis, mit einem berufsbegleitenden Master noch weiter zu studieren.

Foto: Danielle Périsset moderiert das Panel der « best practices » im Rahmen der Zusatzausbildungen für das PH-VS Personal

Die reflexive Praxis des Majors Mauron

St-Maurice (pac) April 2017: Major Nicolas Mauron kommandiert eine Jagdpilotenstaffel der Schweizer Luftwaffe. Die Ausbildung eines Piloten hat Gemeinsamkeiten mit derjenigen einer Lehrperson. Im Rahmen der Open-konferenzen vom Montag an der PH-VS wurde diese Feststellung ersichtlich. Es gibt  Ähnlichkeiten zwischen der Ausbildung der Piloten und derjenigen der Lehrpersonen, besonders im Rahmen des Debriefings respektive der reflexiven Praxis.

mauron 300

Die Konferenz, die der Leiter des DUE (Dienststelle für Unterrichtsentwicklung) Hervé Barras organisiert, widmet sich innovativen Felder. So gehört beispielsweise das Herbeiziehen der Modalitäten für die Ausbildung von Schweizer Armeepiloten für den Vergleich der Ausbildungsmethoden an der PH-VS dazu. Gegenüber einem heterogenen Publikum, bestehend aus verschiedenen Berufsleuten und Studierenden der PH-VS, präsentierte Major Mauron zuerst den langen Weg, den die angehenden Piloten bestreiten müssen, um die hochkomplexe Beherrschung einer millionenschweren Kampfmaschine zu garantieren. Unter dem brutalen Einfluss der Fliehkraft muss der Pilot einen kühlen Kopf behalten, um bei der simultanen Lektüre von verschieden Displays, in Sekundenschnelle die richtigen Entscheide zu treffen.

Der Einsatz von Simulatoren
Die Komplexität der zu realisierenden Arbeiten aber auch die sehr hohen Kosten der Flugstunden haben dazu geführt, die Pilotenausbildung mit der Hilfe von Flugsimulatoren durchzuführen. Soweit sind wir in der Pädagogik zum Glück noch nicht, obwohl die Technologie dies erlauben würde. Denn vorstellbar wäre, ebenfalls für die Lehrerbildung mittels Brillenmaske eine Art « virtuelle Klasse » vor den Augen zu führen. Diese Maske würde alle Reaktionen der angehenden Lehrperson messen. Viele Unterrichtssequenzen werden heutzutage gefilmt. Somit gehen wir schon bereits in diese Richtung. Alles würde „parametrisiert“ werden und alles wäre sehr kühl und mathematisch analysiert. Als ob ein ein Roboter arbeiten würde. Die auf die Konferenz folgende Debatte bewies trotzdem, dass auch in einem so hochtechnisierten Umfeld wie der Luftwaffe, der Mensch im Zentrum bleibt. Der allerbeste Computer kann nicht alles vorsehen, was im Rahmen unterrichtlicher Sequenzen alles passieren kann. 

Das Debriefing als Garantie für’s Überleben
In einem modernen Kampfjet kann alles sehr schnell passieren und eine Fehleinschätzung führt zur Katastrophe. Die Vorbereitung und die gründliche Analyse der Flugübungen haben eine lange Tradition. Kein Flug wird ohne eine lange Vor- und Nachbereitung ausgeführt. Dies alles gehört zum « Debriefing » und ist die Überlebensgarantie in einer solchen mit hoher Spannung ausgeführten Handlung. An der PH-VS nennt man diesen Prozess „reflexive Praxis“. Somit wird Distanz gewonnen. Durch eine ständig kritische Begleitung werden die Verfahren fortlaufend verbessert. 

Foto : Hervé Barras und Nicolas Mauron

Das Walliser Integrationsmodell

St-Maurice (pac) April 2017 : Die PH-VS erteilt in St-Maurice und in Brig seit 2005 einen Master in schulischer Heilpädagogik, dies in intensiver Zusammenarbeit mit der PH-VD und der Fernuni. Die Einschreibungen für den fünften Studiengang 2018-2021 dieses Masters werden bald eröffnet. Diese Präsenz im Rahmen der Heilpädagogik hat es der PH-VS erlaubt, sich in einem Netzwerk einzugeben. Somit konnte die PH-VS in St-Maurice dieses 4. internationale Kolloquium mit der Unterstützung des Bundesamtes für Sozialversicherungen organisieren. Mehr als 250 Personen aus der Schweiz, Frankreich, Afrika und Kanada haben debattiert, wie die Schule in ihrer alltäglichen Arbeit, in ihren Strukturen und in ihrer Art, angehende Lehrpersonen auszubilden, handeln kann, um adäquat mit der sozialen Verletzbarkeit und mit der Armut umzugehen. Beide Faktoren hindern oft die unentbehrliche Schulentwicklung, die so wichtig für die Individuen wie auch für die gesamte Gesellschaft ist.


Collo Inclus StM2017 300Das von Lise Gremion der PH-VD, Marie-Paule Matthey und Fabio Di Giacomo der PH-VS geführte Organisationskomitee hat ein Programm vorbereitet, das magistrale Präsentationen und Seminare alternierte. In seiner Einführung legte PH-VS Direktor Patrice Clivaz den Finger auf die feinen Nuancen zwischen den Wörtern « inkludieren » und « integrieren ». Wenn, wie in der Mathematik, ich in einem Ensemble inkludiert bin, heisst es, dass ich „integriert“ bin? Der Direktor der PH-VS präsentierte wie gewöhnlich vor dem fast ausschliesslich welschen Publikum die PH-VS mit ihren beiden linguistischen Gebieten teils auf Deutsch. Damit betonte er, dass die Inklusion zuerst Zeichen der Aufmerksamkeit bedingt, die man gegenüber einer Minderheit machen kann, indem man die Sprache der Minderheit spricht. Aber es ist auch festzustellen, dass wenn man zu viel die Sprache der Minderheit spricht, dann wird die Person die sich integrieren möchte in ihrer Motivation gebremst, weil sie sich eben mit der dominanten Ortsprache konfrontieren soll. Jean-Philippe Lonfat, Dienstchef für Unterrichtswesen, ergänzte die Einführungsworte, indem er die sehr wichtige Arbeit erwähnte, die der Kanton Wallis seit langer Zeit für die Integration ausübt, dies unter den Fittichen von Führungspersonen wie Guy Dayer oder Michel Délitroz, die eine sehr gute Verbindung mit dem Terrain haben.

Raus aus einem Klassenschicksal durch den Weg der Schule
Pierre Périer von der Universität Rennes in Frankreich eröffnete die wissenschaftliche Überlegung mit seiner Konferenz. Er sprach von der Situation eines Periphäriequartieres in Frankreich. Selten muss er eben über Schulen in den besten Quartieren reden. Die Schulfrage ist eine eminent soziale Frage und die Verbindungen zwischen den Gesellschaften und ihren Schulen führt oft zu einem Diskurs über die Ungleichheiten. Er stellte fest, dass der Dialog zwischen Eltern und Lehrpersonen eher ungünstigen Kode hat. Anscheinend einfache Elemente wie die Fixierung einer Verabredung oder die Beherrschung einer gewissen Argumentationslinie können Eltern destabilisieren. Eine seiner Schlüsse ging in Richtung einer anderen Definition der Spielregeln, die oft nur durch die Schule definiert werden.

Vermeiden, dass die Schule die Ungleichheiten noch verstärkt
Mehrere Dozierende aus der PH-VS führten verschiedene Ateliers, darunter Philippe Gay, Isabelle Bétrisey, Pierre Vianin, Jean-Marie Lavanchy, Hans Aschilier und Corina Bumann. Beispielsweise analysierte Frau Bumann die gesetzgeberischen Texte. Sie ging von den europäischen Texten aus, die klar von der Inklusion reden. Wenn man in die Hierarchie der Texte nach unten geht, verschwindet progressiv dieses Wort. Michele Poletti aus der PH-VD präsentierte eine Studie über die ausserschulischen Aktivitäten der Kinder, dies in verschiedenen Quartierschulen des Wallis. Ein Quartier ist eher bürgerlich, das andere eher populär. Im bürgerlichen Quartier haben die Kinder viel mehr ausserschulische Aktivitäten, die mit einer messbaren Leistung enden. Im anderen Quartier nehmen entweder die Kinder an keinen Aktivitäten teil, oder diese sind eher spielerischer Art.  Die Schule ist also aufgefordert, diese wissenschaftlichen Realitäten miteinzubeziehen.

Der Fall der Privatschulen in Canada
Catherine Dumoulin aus der Universität Quebec im Canada demonstrierte, wie der Trend Richtung Privatschulen in ihrem Lande die Ungleichheiten noch verstärkt hat. Serge Ramel aus der PH-VD stellte in der Schlusskonferenz fest, dass die ausländlichen Männer in den Heilpädagogischen Klassen sehr übervertreten sind und Erich Plaisance aus der Universität von Paris ortete eine neue Problematik mit der steigenden Medikalisierung der Fälle.

Eine grössere Unterstützung für die verletzlichen Schüler
Diese beiden Kolloquiumstage haben eindeutig gezeigt, dass die PH-VS ganz im Kontext einer globalen wissenschaftlichen Überlegung integriert ist, die in manchen Momenten relativ hart auf die der heutigen finanziellen und politischen Realität prallt. In diesem Kontext, zwischen Inklusion, Integration und manchmal mit der unentbehrlichen „Trennung“, gilt es auch, das Glück der jungen Person, die in der Regelklasse oder in speziellen Klassen lernen, nicht aus dem Auge zu verlieren, ebenso wie das notwendige Fortschreiten der Klasse als Gruppe, die der guten Fürsorge der Lehrperson anvertraut wird.

Foto: Von l. nach r. Jean-Philippe Lonfat, Chef der Dienststelle für Unterrichtswesen, Pierre Périer, Professor an der Universität von Rennes, Catherine Dumoulin, Professorin an der Universität von Quévec, Chicoutimi, Fabio Di Giacomo, Vize-Direktor der PH-VS, Nathalie Bélanger, Professorin an der Universität von Ottawa imu Canada, Lise Gremion, Verantwortliche für die Heilpädagogik an der PH-VD, Talita Peterson, Vertreterin der Bundesamtes für die Sozialversicherungen, Patrice Clivaz, Direktor der PH-VS.

Fotogalerie: 4. internationaler Kongress an der PH-VS «Eine inklusive Schule für eine gerechtere Gesellschaft»

Die PHVS mitten in einer  anregenden  Debatte über die Beziehung zwischen Eltern und Lehrpersonen

St-Maurice (pac) März 2017: Tistan Mottet präsidiert die Föderation, die die Elternvereinigungen der verschiedenen Regionen des Unterwallis verbindet. Seit 40 Jahren spielt diese Vereinigung eine konstruktive Partnerrolle gegenüber den Schuldirektionen, den Lehrpersonenausbildnern und Lehrpersonen. Um den 40. Jahrestag zu zelebrieren hat die FRAPE, dank der Unterstützung der PH-VS, den französischen Psychologen Alain Tournier eingeladen, der mit pragmatischer Pertinenz die komplexe Beziehung zwischen Eltern und Lehrpersonen behandelt hat.


2017 mars 40ans FRAPE 300 2Die Vertreter der Elternvereinigungen wurden zuerst von Patrice Clivaz, Direktor der PH-VS, in den Räumlichkeiten der PH-VS empfangen. Dieser betonte, dass sich die PH-VS bemüht, im Ausbildungscurriculum der angehenden Lehrpersonen den Bereich der Elternarbeit zu integrieren. Eine gegenseitige respektvolle Beziehung und eine Inbetrachtnahme der Grenzen des Lehrerberufs als Tätigkeit mit Menschen gehören dazu. Die PH-VS versucht, die Persönlichkeit der Lehrpersonen zu stärken. Die Lehrpersonen sind mit dem grossen Affekt der Eltern vis-à-vis des geliebten Kindes tagtäglich konfrontiert, das die Eltern der guten Fürsorge der Schule anvertrauen.  Dabei müssen die Lehrpersonen keine Konzessionen im Rahmen der grundsätzlichen erzieherischen Prinzipien machen, wie beispielsweise gegenüber der Disziplin oder der Arbeitseinstellung.

Die famosen Gespräche zwischen Lehrpersonen und Eltern
Jean-Luc Tournier konstruierte seinen Vortrag um die Gespräche als Schlüsselmomente der Beziehung zwischen Eltern und Lehrpersonen. Er stimulierte das Publikum, aus reellen erlebten Situationen auszugehen und überflog das Panel der möglichen Schwierigkeiten. Die Teilung der Arbeit zwischen 2 Lehrpersonen kam zur Sprache. Manche Kinder kommen sehr gut zu Recht mit einer Lehrperson und nicht mit der anderen, was laut Aussagen von einer Mutter zu Situationen führt, wo das Kind regelmässig von der Schule weinend zurückkommt. Die Analyse des Psychologen bezeugte, wie wichtig kleine Elemente wie einen Blick oder das Non-Verbale eine Beziehung stören können. Dies bestärkt die Notwendigkeit einer guten reflexiven Praxis, die eine häufige Analyse der Gestikulation erlaubt. Der Einfluss der Geschwister wurde auch thematisiert. Ist es vorteilhaft oder nachteilhaft, wenn die Lehrperson das Dossier eines älteren Familienmitgliedes in Betracht nimmt, wenn der jüngste Bruder später in die Klasse kommt?  Ferner wurde auch die doppelte Präsenz der Eltern bei den Gesprächen evoziert. Ein Vater brachte ein Beispiel: er beabsichtigt, mit seiner Frau zum Elterngespräch zu gehen, aber dies ohne grosse Überzeugung, dass es etwas bringen könnte. Alain Tournier sagte also direkt: „Also gehen Sie nicht“, oder „Nehmen Sie den Lead der Diskussion“. Seine Botschaft über die « Züge, die weggreisen », indem er damit sagen wollte, dass die Schule nicht immer anhalten kann, um auf die besonderen Fälle zu warten, zeigte auch die Grenzen der Übung. Die Schule will maximal fördern, aber sie soll auch entscheiden können und andere glückliche Perspektiven anbieten, wenn die hohen Erwartungen nicht zu erfüllen sind.

Foto : Hinten von l. nach r.   Viviane Pellouchoud, Komiteemitglied, Patrice Clivaz, Direktor der PHVS, Anne-Laurence Franz, Komiteemitglied, Bashkim Ajeti, Komiteemitglied und vorne von l. nach r.. Jean-Philippe Lonfat, Chef der Dienststelle für Unterrichtswesen, Jacqueline Lashley, Präsidentin der Elternvereinigung für die Romandie und das Tessin, Tristan Mottet, Präsident der Walliser Elternvereinigung und Didier Solioz, Präsident der Unterwalliser Lehrpersonenvereinigung SPVALL

St-Maurice (pac) März 2017 : Jedes Jahr treffen sich die Rektoratsräte der Walliser Kollegien für einen Arbeitstag, der pädagogische Überlegungen mit kulturelles Interessen verbindet. Der Rektor des Kollegiums der Abtei von St-Maurice, Domherr Alexandre Ineichen, war Gastgeber für diese Ausgabe 2017. Der erste Teil des Besuches fand an der PHVS statt. Direktor Patrice Clivaz durfte die Vorteile der Teilzeitausbildung für die Sek2 an der PHVS präsentieren.


IMG 2074 300 168Jedes Jahr treffen sich die Rektoratsräte der Walliser Kollegien für einen Arbeitstag, der pädagogische Überlegungen mit kulturelles Interessen verbindet. Der Rektor des Kollegiums der Abtei von St-Maurice, Domherr Alexandre Ineichen, war Gastgeber für diese Ausgabe 2017. Der erste Teil des Besuches fand an der PHVS statt. Direktor Patrice Clivaz durfte die Vorteile der Teilzeitausbildung für die Sek2 an der PHVS präsentieren.

Blues des Oberwallis
In seiner Präsentation erinnerte zuerst Patrice Clivaz daran, dass dank der Präsenz der PH-VS, die Walliser Kollegien volle Partner der Qualität der Ausbildung der angehenden Lehrpersonen sind, denn ein Drittel der Ausbildung findet in der Form von Praxiszeiten unter der Autorität von praktizierenden Lehrpersonen, die als Mittelschullehrer arbeiten. Patrice Clivaz analysierte dann die Studierendenbestände, die die Walliser Kollegien liefern. Wenn man die Quantitäten für den Bachelor Primarschule anschaut, dann merkt man über mehrere Jahre, dass die 3 Kollegien aus dem Unterwalliser Teil treu, Jahr nach Jahr,  Kohorten bringen, die der PH-VS erlauben, im Schweizerischen Mittelfeld zu sein, was der Prozentsatz zu ca 50%  von Gymnasiasten anbelangt. Die Lage ist verschieden im Oberwallis. Vor einigen Jahren hatte Patrice Clivaz vom „gesprochen. Dies bestätigt sich, mit einer hohen Zahl von Gymnasten, deren einziger Wunsch einfach ist, weg vom Oberwallis zu gehen, ohne an die Konsequenzen für das hiesige Ausbildungsangebot zu denken. Dieser Ruf in die Ferne ist mittelfristig sehr gefährlich für das Oberwallis, denn er schwächt das Bestreben des Kantons, auch auf der tertiären Ebene mit guten Arbeitsplätzen Fuss zu fassen. Die jungen Oberwalliser haben die einmalige kantonale Perspektive, das Französische und das Unterwallis zu entdecken, was für die Einheit des Kantons hohe Bedeutung hat.

Das Angebot für die Ausbildung zum Mittelschullehrer an der PH-VS im Oberwallis fördern
Die Existenz in der deutschen Schweiz eines anderen Ausbildungssystems, das sogenannte integrative System, bremst auch Oberwalliser Gymnasiasten, die ihre Ausbildung teils auf Französisch machen könnten.  Das integrative System zwingt sie, direkt nach dem Kollegium, sich für den Lehrerberuf zu entscheiden, indem sie parallel die akademische und die berufspädagogische Ausbildung absolvieren. Junge Gymnasiasten aus dem frankophonen Teil erwerben zuerst eine vollwertige akademische Ausbildung und entscheiden sich später für den Lehrerberuf. Teilzeit können Sie an der PHVS den bildungspädagogischen Teil besuchen, dies mit dem starken Vorteil, zur gleichen Zeit eine Klasse zu halten und Geld zu verdienen. Die Diskussion behandelte dann die neuen Modalitäten für die  Weiterbildung für die Mittelschulen, wie sie die EDK beschlossen hat. Die EDK hat die Mission der schweizerischen Stelle, die sich damit beschäftigte, neu definiert. Dadurch wurden implizit die Hochschulen und die Träger beauftragt, ein Angebot anzubieten. Für die PHVS gilt also die Mission, in Zusammenarbeit mit anderen Hochschulen, dieses Angebot zu entwickeln.

Foto : Die Rektoratsräte der Walliser Kollegien an der PHVS

Die PH-VS bildet andere Berufsleute aus

St-Maurice (pac) Februar 2017 : Die PH-VS bildet hauptsächlich Lehrpersonen aus. Sie ist auch sehr aktiv im Rahmen der Ausbildung anderer Berufsleute, die sich für allerlei Berufe vorbereiten, wie beispielsweise die KBM Praktikanten. Eine gute Delegation dieser Ehemaligen traf sich vor kurzer Zeit an der PH-VS.

2017 02 15 mpc treffIMG 200Das Treffen wurde von Vincent Strahm, Verantwortlicher für Informatik auf dem Standort St-Maurice koordiniert. Damit konnten diese ehemaligen Mitarbeitenden der PH-VS einen sehr sympathischen Besuch der PH-VS abstatten. Sei es als KMB Praktikanten oder als Lernende haben sie zwischen 1- 4 Jahren an der PH-VS verbracht. Sie behielten anschliessend ausgezeichnete Kontakte zu ihrer Ausbildungsinstitution. Für den Direktor Patrice Clivaz bot sich die Möglichkeit festzustellen, dass sich  dieses wertvolle Personal brillant weiterbildet, denn einige von ihnen sind an der Universität, andere an der HES SO. Im Durschnitt bildet die PH-VS an beiden Standorten drei Lernende und drei KMB aus.

Foto : von l. n. r. Maxime Rappaz, Amandine Felley, Lena Curchod, Charlotte Caroli, Kilian Bonny, Vincent Strahm, Patrice Clivaz, Constance Rappaz, Florian Roserens.

Team spirit kreieren

Loèche-les-bains (pac) Januar 2017 : Der Monat Januar ist für die PH-VS Studierenden des ersten Semesters Bachelor Primarschule immer mit Leukerbad verbunden. Die Ziele dieser Skiwoche sind zahlreich. Neben dem Approach Wintersportarten gibt es auch das Objektiv der Gemeinschaftsbildung innerhalb der Klassen, dies alles in einer ungewöhnlichen Umgebung.

Camp ski 2017Die Direktion der PH-VS besucht jedes Jahres die Lageraktivitäten, welche die  beiden Dozierenden Joerg Ruffiner und Nathalie Nanchen mit Hilfe des Fachberaters Lionel Saillens und verschiedener Jugend und Sport Leitungspersonen organisieren. Für Patrice Clivaz, Direktor der PH-VS ist es jedes Mal ein besonderes Vergnügen, den Mehrwert einer solchen Woche festzustellen. Die neuen Klassen erleben das famosen „Zusammenleben“, das in unserer so individuellen Welt nicht immer selbstverständlich ist. Denn sein Zimmer mit anderen teilen zu müssen, die beissende Kälte des Gegenwindes zu spüren, mit einem Akku leeren Handy den Tag geniessen zu müssen gehört ebenfalls zur Lebenserfahrung einer angehenden Lehrpersonen.

Foto : Die Teilnehmer im Refektorium des „Bergfreundes“ in Begleitung von Nathalie Nanchen und Lionel Saillen

Dem Sturm trotzen, um die Alpen-PHs zu vereinigen

Andermatt (pac) Januar 2017: Die PH-VS arbeitet seit Jahren eng mit den Partnern der pädagogischen Hochschulen von Graubünden und Tessin zusammen. Um gemeinsam strategische Aspekte zu besprechen treffen sich jedes Jahr die drei Direktionen in Andermatt.

2017 01 14 anderma 1818Andermatt als geographisch zentraler Ort ist jeweils Tagungsort des Spitzentreffens zwischen den Direktionen der drei Alpen-PHs. Trotz eines wuchtigen Schneesturms profitierten die drei Direktionen und die Forschungsverantwortlichen, sich in der Kaserne über die gemeinsamen Projekte auszutauschen. Die Diskussion  behandelte auch dieses Jahr die Regulierung der Verantwortlichkeiten zwischen der Leader- und der Terrainpartnerfunktion im Rahmen der laufenden Projekte, wie beispielweise beim Projekt Inclusio und beim Projekt Alpconnectar.

Foto : von l. n.r. Edmund Steiner, Peter Summermatter, Patrice Clivaz, Fabio Di Giacomo