40 Jahre Elternvereinigung des Welschwallis (FRAPE VS)

Die PHVS mitten in einer  anregenden  Debatte über die Beziehung zwischen Eltern und Lehrpersonen

St-Maurice (pac) März 2017: Tistan Mottet präsidiert die Föderation, die die Elternvereinigungen der verschiedenen Regionen des Unterwallis verbindet. Seit 40 Jahren spielt diese Vereinigung eine konstruktive Partnerrolle gegenüber den Schuldirektionen, den Lehrpersonenausbildnern und Lehrpersonen. Um den 40. Jahrestag zu zelebrieren hat die FRAPE, dank der Unterstützung der PH-VS, den französischen Psychologen Alain Tournier eingeladen, der mit pragmatischer Pertinenz die komplexe Beziehung zwischen Eltern und Lehrpersonen behandelt hat.


2017 mars 40ans FRAPE 300 2Die Vertreter der Elternvereinigungen wurden zuerst von Patrice Clivaz, Direktor der PH-VS, in den Räumlichkeiten der PH-VS empfangen. Dieser betonte, dass sich die PH-VS bemüht, im Ausbildungscurriculum der angehenden Lehrpersonen den Bereich der Elternarbeit zu integrieren. Eine gegenseitige respektvolle Beziehung und eine Inbetrachtnahme der Grenzen des Lehrerberufs als Tätigkeit mit Menschen gehören dazu. Die PH-VS versucht, die Persönlichkeit der Lehrpersonen zu stärken. Die Lehrpersonen sind mit dem grossen Affekt der Eltern vis-à-vis des geliebten Kindes tagtäglich konfrontiert, das die Eltern der guten Fürsorge der Schule anvertrauen.  Dabei müssen die Lehrpersonen keine Konzessionen im Rahmen der grundsätzlichen erzieherischen Prinzipien machen, wie beispielsweise gegenüber der Disziplin oder der Arbeitseinstellung.

Die famosen Gespräche zwischen Lehrpersonen und Eltern
Jean-Luc Tournier konstruierte seinen Vortrag um die Gespräche als Schlüsselmomente der Beziehung zwischen Eltern und Lehrpersonen. Er stimulierte das Publikum, aus reellen erlebten Situationen auszugehen und überflog das Panel der möglichen Schwierigkeiten. Die Teilung der Arbeit zwischen 2 Lehrpersonen kam zur Sprache. Manche Kinder kommen sehr gut zu Recht mit einer Lehrperson und nicht mit der anderen, was laut Aussagen von einer Mutter zu Situationen führt, wo das Kind regelmässig von der Schule weinend zurückkommt. Die Analyse des Psychologen bezeugte, wie wichtig kleine Elemente wie einen Blick oder das Non-Verbale eine Beziehung stören können. Dies bestärkt die Notwendigkeit einer guten reflexiven Praxis, die eine häufige Analyse der Gestikulation erlaubt. Der Einfluss der Geschwister wurde auch thematisiert. Ist es vorteilhaft oder nachteilhaft, wenn die Lehrperson das Dossier eines älteren Familienmitgliedes in Betracht nimmt, wenn der jüngste Bruder später in die Klasse kommt?  Ferner wurde auch die doppelte Präsenz der Eltern bei den Gesprächen evoziert. Ein Vater brachte ein Beispiel: er beabsichtigt, mit seiner Frau zum Elterngespräch zu gehen, aber dies ohne grosse Überzeugung, dass es etwas bringen könnte. Alain Tournier sagte also direkt: „Also gehen Sie nicht“, oder „Nehmen Sie den Lead der Diskussion“. Seine Botschaft über die « Züge, die weggreisen », indem er damit sagen wollte, dass die Schule nicht immer anhalten kann, um auf die besonderen Fälle zu warten, zeigte auch die Grenzen der Übung. Die Schule will maximal fördern, aber sie soll auch entscheiden können und andere glückliche Perspektiven anbieten, wenn die hohen Erwartungen nicht zu erfüllen sind.

Foto : Hinten von l. nach r.   Viviane Pellouchoud, Komiteemitglied, Patrice Clivaz, Direktor der PHVS, Anne-Laurence Franz, Komiteemitglied, Bashkim Ajeti, Komiteemitglied und vorne von l. nach r.. Jean-Philippe Lonfat, Chef der Dienststelle für Unterrichtswesen, Jacqueline Lashley, Präsidentin der Elternvereinigung für die Romandie und das Tessin, Tristan Mottet, Präsident der Walliser Elternvereinigung und Didier Solioz, Präsident der Unterwalliser Lehrpersonenvereinigung SPVALL