1. Gesellschaft und Schulsystem

Beschrieb der Lehrveranstaltung:

In der Lernveranstaltung 1.1 „Politische und wirtschaftliche Aspekte von Bildung und Erziehung“ werden zuerst die Begriffe Politik und Wirtschaft geklärt. Politische Prozesse in demokratischen Gesellschaften, die Entstehung gesetzlicher Grundlagen und deren Bedeutung für Schulen werden thematisiert. Der Einfluss der Wirtschaft auf Bildung und Ausbildung wird diskutiert.

Die Fragen „Wieviel kosten Bildung und Erziehung?“ und „Wer bezahlt dafür?“ werden besprochen. Die Wirksamkeit verschiedener Bildungssysteme wird verglichen.

Mittels dieser Grundlagen recherchieren und diskutieren die Studierenden zu aktuellen bildungspolitischen Fragen.

Die Lernveranstaltung strebt folgende Ziele an:

  • Sich als StudierendeR einer Pädagogischen Hochschule eine Meinung zu wichtigen gesellschaftlichen und bildungspolitischen Fragen bilden
  • Politische und wirtschaftliche Einflüsse auf das Bildungssystem kennen, analysieren und verstehen
  • Interessengruppen, die Einfluss auf die Bildung nehmen und deren Argumente kennen
  • Erkennen, wie die Bildungspolitik und die Wirtschaft das Bildungssystem beeinflussen und steuern
  • Einblicke in das Bildungsmonitoring und die Wirksamkeit von Bildungssystemen gewinnen

Schlüsselwörter:

Bildung, Erziehung, Ausbildung: Employability/Arbeitsmarktfähigkeit, Politische Prozesse und AkteurInnen bei der Entstehung von gesetzlichen Grundlagen, Bildungsökonomie: Input und Outcome, Bildungsmonitoring, Bildungspolitik und aktuelle bildungspolitische Fragen

Literatur und Quellen:

Grunder, H.-U. et al. (2012). Unterricht verstehen – planen – gestalten – auswerten. Baltmannsweiler: Schneider.

Hofman, P. (2010). Recht handeln – Recht haben. Ein Wegweiser in Rechtsfragen für Lehrerinnen und Lehrer. Zürich: Verlag LCH.

Zurbriggen, E. (2009). Prüfungswissen Schulpädagogik – Grundlagen. Bern: Haupt

Gesetzliche Grundlagen auf Bundes-, Kantons- und Gemeindeebene

Beschrieb der Lehrveranstaltung:

Das Thema 1.2 erlaubt es den Studierenden, sich mit der soziologischen Vorgehensweise vertraut zu machen und sich einige Konzepte der allgemeinen Soziologie anzueignen:  sozialen Schichtung, Sozialisation, Kultur, usw. Im Thema geht es zudem darum, verschiedene Aspekte der Erziehungssoziologie zu beleuchten, wie z.B. die schulischen Ungleichheiten in Zusammenhang mit der sozialen Schichtung, der kulturellen Herkunft und dem Geschlecht. Thematisiert werden zudem die Beziehungen von Schule und Familie sowie Gewalt und Mobbing,  usw.

Am Ende der Veranstaltung wenden die Studierenden das erworbene soziologische Wissen an - im Rahnen der Analyse einer praktischen pädagogischen Situation oder bei der Durchführung einer kleinen Forschungsarbeit. Die Arbeit soll einen Beitrag zur Entwicklung der analytischen Distanz zur Praxis leisten. Die Fähigkeit zur Vorwegnahme von Entwicklungstendenzen in der Klasse und der kritischen Evaluation ihrer künftigen beruflichen Praxis soll gefördert werden.

Schlüsselwörter:

Soziologie ; Erziehung

Literatur und Quellen:

Dechmann B. und C. Ryffel (2006), Soziologie im Alltag, Weinheim und Basel:Beltz

Coradi M., Denzler S., Grossenbacher S. Vanhooydonck, S. (2003), Keine Lust auf Mathe, Physik, Technik? Zugang zu Mathematik, Naturwisssenschaften und Technik attraktiver und geschlechtergerecht gestalten. Aarau : Schweizerische Koordinationsstelle für Bildungsforschung.

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Beschrieb der Lehrveranstaltung:

Durch den Erwerb globaler Kenntnisse zur politi¬schen und sozio-ökonomischen Bedeutung sowie den historischen und philosophischen Grundlagen des Bildungs- und Erziehungswesen entwickeln die Studierenden – für ihre berufliche Praxis – die Fähigkeit zur distanzierten wissenschaftlichen Auseinandersetzung und Interpretation der Veränderungen, mit denen das Bildungswesen ständig konfrontiert war und ist:

  • Die Entwicklung des Umfelds der Schule (17.-20. Jh.) zeitlich situieren und den sozialen und kulturellen Kontext berücksichtigen
  • Reflexionsanregungen & Fragestellungen im Rahmen der Präsentation einer historischen Figur vornehmen und deren Grundideen mit wissenschaftlichen Argumenten in Bezug zur Aktualität stellen können.

Ausgehend von den Unterlagen und der einzelnen Präsentationen wird es darum gehen, die Denkweise, die Weltsicht der verschiedenen gängigen historischen pädagogischen Strömungen zu verstehen, v.a. der Reformpädagogik und ihrer Vorläufer. Es gilt die Denkweise(n) der einzelnen Figuren der pädagogischen Strömungen nachzuvollziehen, wobei besonders zu den beiden folgenden Themenschwerpunkten Stellung zu beziehen ist:

  • Die Frage der Autorität des Erwachsenen & der Freiheit des Kindes
  • Die involvierten Lernprozesse und deren Auswirkung auf Bildung und Erziehung

Schlüsselwörter:

Geschichte der Pädagogik; Reformpädagogik; wichtige Pädagogen; die Entwicklung des Umfelds der Schule (17.-20. Jh.)

Literatur und Quellen:

Tenorth, H.-E. (Hrsg.).(2003). Klassiker der Pädagogik. Band 1: Von Erasmus bis Helene Lange. – Band 2: Von John Dewey bis Paulo Freire. München: C.H. Beck.

Reble, A. (1975). Geschichte der Pädagogik. Stuttgart: Klett Verlag (12. Aufl.).

Reble, A. (1971). Geschichte der Pädagogik. Dokumentationsbände 1 & 2. Stuttgart: Klett Verlag.

Scheuerl, H. (Hrsg.). (1979). Klassiker der Pädagogik. Band 1: Von Erasmus von Rotterdam bis H. Spencer. – Band 2: Von Karl Marx bis Jean Piaget. München: C.H. Beck

Beschrieb der Lehrveranstaltung:

Die Lernveranstaltung Zusammenarbeit mit Partnerinstitutionen erstreckt sich über alle 3 Studienjahre. In Semester 1- 5 erarbeiten die Studierenden mit den Verantwortlichen der Dozierenden und externen Fachpersonen  unterschiedliche Themen, die den Unterricht als Lehrperson tangieren. Im ersten Semester befassen sich die Studierenden mit dem Thema Gesundheit. Allenfalls ist eine Teilnahme an einer Tagung möglich, oder es stehen Themen wie Schulgesundheit, Sucht, Ernährung im Mittelpunkt. Im 3. Semester finden während 2 Tagen die Kinderrechtstage in Zusammenarbeit mit dem Institut universitaire Kurt Bösch statt. Im 4. Semester beschäftigen sich die Studierenden mit dem Thema Umgang mit Krankheit, Tod und Trauer. Im 5. Semester erarbeiten sich die Studierenden Wissen zum Thema ‚Umgang mit neuen Medien‘. Sie lernen die relevanten Gesetze kennen und erhalten eine Schulung zum Thema Medienerziehung.

Im letzten Semester lernen die Studierenden Partnerinstitutionen aus ihrem Kantonsteil kennen, um In Problemsituationen  mit ihnen Kontakt  aufnehmen und mit  ihnen zusammenarbeiten. So kommt zum Beispiel das Zentrum für  Entwicklung und Therapie und der Heilpädagogische Dienst an die PH und stellt ihr Angebot vor. Die Verkehrspolizei und SIPE zeigen den Studierenden, was sie im Unterricht mit den Kindern durchführen, um ihnen bereits einen Einblick zu geben. Es wird den Studierenden zudem vorgestellt, wo sie sich Unterstützung holen können: So kommt der VLPO und stellt sich vor, der Beratungsdienst für Lehrpersonen sowie die Fachberater zeigen ihr Angebot.

Schlüsselwörter:

Zusammenarbeit mit Partnerinstitutionen, Gesetze und Verpflichtungen kennen, Unterstützung holen

Literatur und Quellen:

 

Beschrieb der Lehrveranstaltung:

Im Rahmen der praktischen Berufsausbildung absolvieren die PHVS-Studierenden eine Entdeckungswoche rund um die Thematik «Technik und Gesellschaft». Diese Woche hat zum Ziel, einen Bezug zwischen der beruflichen Realität von Fachleuten und dem Milieu der Lehrpersonen herzustellen. Zu diesem Zweck wurde sie in Zusammenarbeit mit Technologiezentren wie dem Technopôle (Centre d'implantation d'entreprises im Bereich der ICT) und der Hes-so (Ingenieurschule in Sitten) organisiert. Diese Woche soll auch die Zusammenarbeit mit anderen Walliser Hochschulen und der Wirtschaft stärken.

Die gemeinsame Durchführung dieser Woche mit Studierenden aus dem Ober- und Unterwallis zielt auch darauf ab, die bikulturelle Einheit der PHVS zu stärken und Kontakte zu fördern. Die PHVS plante daher die Organisation dieser Woche in Siders, zwischen ihren beiden Standorten Brig und St-Maurice.

Zahlreiche Studien haben gezeigt, dass wissenschaftliche Disziplinen in unserer Gesellschaft stereotyp als Männerdomäne wahrgenommen warden. Die Organisation dieser technischen Woche hat auch zum Ziel, die Studierenden dazu zu bewegen, diese stereotype Sicht der Naturwissenschaften zu ändern, so dass den Schüler/innen ein positiveres Bild vermittelt wird.

Die Teilnahme an der Technik- und Gesellschaftswoche bedeutet, sich dafür zu interessieren und zu fragen, wie wissenschaftliche Erkenntnisse und ihre Umsetzung in technischen Objekten das Leben des Einzelnen beeinflussen.

Es bedeutet auch, sich als Lehrperson und Bürger/in zu situieren, mit den eigenen Schüler/innen naturwissenschaftliche Kenntnisse, die Technikentwicklung – und dies insbesondere im digitalen Bereich, wo die Produktion, der Austausch und der Konsum von Wissen begünstigt werden – in Frage zu stellen.

Es bedeutet auch, sein kreatives Potenzial bei der Entwicklung eines Projekts zu entwickeln, das thematisch mit den grossen Herausforderungen verbunden ist, denen sich der Lehrpersonenberuf derzeit in unserer technologischen Welt zu stellen hat.